Ausmisten im Kopf

Ausmisten – Befreie dich von Dingen, die dich nicht glücklich machen

In dem heutigen Post geht es um das Ausmisten & Aufräumen.

Wenn du jetzt vielleicht denkst, dass es sich hierbei, um einen Artikel handelt, indem du Tipps rund ums Ordnung halten in deiner Wohnung findest, dann muss ich dich leider enttäuschen.

Bei dem Thema Ausmisten geht es keineswegs nur um den äußeren Zustand, sondern vor allen Dingen auch um deinen inneren Zustand.

Denn dieser Blog soll dich auf deinem Weg in ein erfüllteres und selbstbestimmtes Leben unterstützen und nicht zur perfekten Hausfrau machen. 🙂

Äußerer Krims Krams, der uns nicht glücklich macht

Wir haben alle tausend Dinge zu Hause, einen Schrank voll Klamotten, tolle Möbel und Mediatechnik, dazu noch jede Menge weiteren Krims Krams.

Wir haben so übermäßig viele Dinge, dass uns manchmal etwas über den Weg läuft, von dem wir gar nicht mal wussten, dass wir es besitzen, bzw. dass es noch da ist.

Und dennoch erfüllt ein Großteil dieser Dinge uns nicht.

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass der sogenannte Shopping-Rausch nur kurze Zeit anhält. Sobald wir wieder zu Hause sind, der größte Glücksmoment aber bereits vorbei ist.

Von da an schwächt die Freude über die neuen Sachen immer mehr ab. Manche von den Dingen schaffen es noch nicht einmal von uns getragen zu werden, sondern vergammeln im Schrank.

Genauso ist es mit den anderen Dingen.

Viele von uns können die Schrankwand oder Couch nach 3-4 Jahren nicht mehr sehen. Los geht’s mit der Suche nach einem neuen Lieblingsteil, was auch mal gerne etwas länger dauern kann. Kaum steht das neue Stück dann in der Wohnung, wird auch dies nach ein paar Wochen zu einem gewohnten Bild und ist nichts Besonderes mehr.

Dass uns materielle Gegenstände nur bedingt glücklich machen, wissen wir ja eigentlich alle, auch wenn wir es uns manchmal nicht so ganz eingestehen möchten.

Es gibt ganz wenige Sachen, über die wir uns wirklich freuen, wenn wir sie täglich sehen. Dazu gehören auf jeden Fall die Dinge, die uns etwas bedeuten, die, die eine Erinnerung, ein Gefühl mit sich verbinden lassen, sowie die Klamotten, die wir wirklich gerne tragen, weil wir uns richtig gut drin fühlen.

Deswegen sollte man von Zeit zu Zeit einfach mal ausmisten und alles, was uns nicht glücklich macht, spenden, wegwerfen oder verkaufen.

Dein innerer Krims Krams

Dein innerer Krims Krams
Fotocredit: Onur Bahçıvancılar on Unsplash

Wie am Anfang beschrieben geht es aber in diesem Post nicht nur um die materiellen Gegenstände, sondern vor allen Dingen um deine innere „Wohnung“.

Was hast du da alles für Krims Krams drin herumstehen, den du dir irgendwann mal zugelegt hast, ewig nicht benutzt hast und der dich auch gar nicht mehr glücklich macht?

Es kann sogar sein, dass die Dinge einige Zeit lang sehr hilfreich für dich waren oder einen großen Nutzen für dich hatten. Nun ist es aber vorbei und sie sind immer noch da.

Oder vielleicht hat auch jemand, ohne dass du es großartig gemerkt hast Sachen von sich darin abgelegt, Ballast (Glaubenssätze, Ansichten, Gedanken), der nicht zu dir gehört, der aber trotzdem da rumliegt.

Aus diesem Grund möchte ich dir heute ein paar hilfreiche Tipps an die Hand geben für das Ausmisten – im Innen sowie im Außen.

Die KonMari-Methode

Wenn du dir bereits andere Posts von mir durchgelesen hast, dann bist du bestimmt schon mal über die KonMari-Methode* gestolpert, von der ich ein großer Fan bin.

Die kleine Japanerin hat es doch tatsächlich geschafft aus ihrer Leidenschaft, dem Ausmisten und Aufräumen, einen absoluten Hype zu machen – bis hin zu einer Netflix Serie.

Ich höre ihr Hörbuch immer wieder gerne.

Nicht nur, weil Nina West zu einer meiner absoluten Lieblingssprecherinnen gehört, da sie eine so unsagbar schöne, klangvolle und beruhigende Stimme hat.

Sondern, weil ich die Verbindung zwischen dem Ausmisten und Aufräumen im Äußeren und dem, was es mit unserem Inneren macht so spannend finde.

Natürlich nehmen äußere Umstände Einfluss auf unser Inneres (sofern wir es zulassen), noch mehr Einfluss hat aber unser Inneres auf unser Äußeres. Dazu aber später mehr.

Sie nutzt gleich zu Beginn ein Beispiel, das wahrscheinlich sehr viele von uns nur zu gut kennen – Der Vorabend einer Prüfung. Eigentlich sollte man nochmal richtig ranklotzen und versuchen so viel Stoff wie möglich in den Kopf zu bekommen und was tut man?

„Oh, der Schreibtisch sieht aber unordentlich aus, so kann ich mich nicht konzentrieren. Und das Regal erst. Wie sieht das Zimmer denn überhaupt aus?“

Und eins fix ist man im Aufräumwahn. Bis man nach 3 Stunden fix und alle auf dem Boden zusammensackt und erst mal ein Nickerchen machen muss.

In ihrem Hörbuch* beschäftigt sie sich unter anderem mit der Frage: „Wie kommt es eigentlich, dass sich unser Denken und unser Handeln durch das Aufräumen in eine ganz neue Richtung entwickelt?“

Und kommt zu dem Entschluss: „Ein radikales Ausmisten und Entrümpeln wirkt auf die Seele wie ein symbolischer Schlussstrich unter die Vergangenheit.

Durch die achtsame Verabschiedung der Dinge, die weggeworfen werden sollen, können alte Bindungen an das Gestern gelöst und frische Energien für das Heute und das Morgen bereitgestellt werden.

Wünsche und persönliche Prioritäten treten plötzlich klarer hervor, sodass man deutlicher wahrnehmen kann, was man zum Leben braucht und was nicht.

Und was man weiterhin tun möchte oder womit man lieber aufhören sollte.“

Erst ausmisten, dann aufräumen

Natürlich können wir durch eine aufgeräumte und schöne Umgebung Einfluss auf unser Inneres ausüben, denn in so einer Umgebung fühlen wir uns viel wohler. Das weiß bestimmt jeder.

Was vielen aber nicht bewusst ist, ist, dass wir durch das Ausmisten und Aufräumen in unserem Inneren noch so viel mehr Einfluss auf unser Leben nehmen können.

Aber wie geht das? Aufräumen im Inneren?

Marie Kondo betont immer wieder ganz klar: „Erst kommt das Wegwerfen und dann kommt das Aufräumen.“

Das gilt nicht nur beim Ausmisten und Aufräumen der Wohnung.

Du sollst dich also erst von den alten Dingen befreien und dann schauen, wie du mit den noch vorhandenen Dingen (die dich glücklich machen) weiterverfahren möchtest.

Das Abwerfen von Ballast ist für einen Neustart in eine neue (aufgeräumte) Zukunft extrem wichtig.

Wie oft wünschen wir uns ein anderes Leben, einen Neuanfang, ein erfüllteres und selbstbestimmtes Leben?

Wir schmieden Pläne, setzen uns Ziele, legen los und verlieren kurz darauf doch wieder die Motivation, weil uns irgendwie immer noch so viele Steine im Weg liegen, wir uns von Dingen und Menschen abhalten lassen und es uns dann doch irgendwie unmöglich erscheint.

Aus diesem Grund ist es auch für deinen Weg unheimlich wichtig dich zuerst von alten Bindungen, Gewohnheiten, Gedanken und Verhaltensweisen zu verabschieden, die dich nicht glücklich machen, bzw. viel schlimmer noch, die dir im Weg stehen, bevor du entscheidest, wie du weitermachen möchtest.

Indem man sich von den Dingen trennt, die ihren Soll erfüllt haben, schenkt man den Dingen, die einem wirklich wichtig sind die ganze Aufmerksamkeit, den Fokus und die Energie, sowie die Wertschätzung, die sie verdient haben.

Natürlich passiert das Ganze nicht von heute auf morgen. Aber je mehr Stricke mit Ballast du durchtrennst, umso leichter wirst du und umso leichter wird dein Weg.

Lesetipp: Interview mit Zwei um die Welt: Wie dir das Vertrauen ins Leben plötzlich alle Türen öffnet

Inneres Ausmisten und Aufräumen in 5 Schritten

Schritt 1

Erstelle eine Liste mit folgenden Punkten:

Beziehungen, Gewohnheiten, Gedanken, Verhaltensweisen

Notiere unter den jeweiligen Punkten, was oder wen du hier gerne ausmisten möchtest und warum.

Beispiel Beziehung: Ich möchte mich von Natascha distanzieren. Unsere Freundschaft hielt über die Jahre nur, weil wir als Kinder so gut miteinander befreundet waren. Seit Längerem habe ich aber das Gefühl, dass sie mir nicht mehr gut tut. Sie hat lediglich Zeit für mich, wenn ihre anderen Freunde nicht können. Ich muss immer zu ihr kommen oder sie abholen. Und unsere Gespräche sind sehr oberflächlich. Diese Beziehung kostet mich mehr Kraft und Energie, als sie mir gibt.

Schritt 2

Erstelle eine weitere Liste mit denselben Punkten und notiere, welche Beziehungen, Gewohnheiten, Gedanken und Verhaltensweisen dich glücklich machen und für welche du dankbar und froh bist, dass sie in deinem Leben sind.

Beispiel Beziehung: Ich verbringe unheimlich gerne Zeit mit Petra. Sie ist eine total fröhliche und positive Person. Wir lachen so viel, wenn wir zusammen sind. Mit ihr kann ich über alles sprechen. Wenn es mir einmal nicht so gut geht, dann ist sie für mich da und hört mir zu. Ich bin wirklich froh, dass ich sie in meinem Leben habe.

In Schritt 1 und 2 geht es darum dir die Dinge bewusst zu machen. Es tummeln sich so viele Sachen in unserem Unterbewusstsein, dass wir sie uns manchmal ganz klar vor Augen führen müssen, um uns nochmal wirklich darüber bewusst zu werden.

Schritt 3

Priorisiere die einzelnen Punkte deiner negativen Gewohnheiten, Beziehungen, Verhaltensweisen und Gedanken.

  • Was belastet dich am meisten?
  • Wovon möchtest du dich zuerst trennen?
  • Wie wirst du es angehen?

Schreibe alles genau auf und mache dir einen genauen Plan, wie du die Dinge angehen wirst. Und dann komm ins Handeln. Schau dir auch gerne den Artikel Loslassen hierzu an.

Beispiel: Am meisten belasten mich momentan meine negativen Gedanken und Sorgen über meine berufliche Zukunft. Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird und ich habe Angst, dass ich meinen Job verlieren werde.

Ich gehe meine Ängste, Sorgen und Gedanken aktiv an. Ich arbeite mit Affirmationen, um meine Gedanken umzuprogrammieren. Zudem beschäftige ich mich aktiv damit einen Plan B zu schmieden und schaue was ich jobmäßig für alternativen hätte. Wie sieht der Markt aus, wo könnte ich mich noch mit meinen Qualifikationen bewerben? Was gibt es aktuell für Jobangebote? Würde für mich eventuell eine Umschulung in Frage kommen?

Zudem male ich mir das Worst-Case-Szenario aus, um zu wissen, was wirklich das Schlimmste wäre, das passieren könnte, um dann zu entscheiden, ob dies meine Ängste wirklich wert sind.

Schritt 4

Beginne nebenbei gleichzeitig mit Schritt 2. Widme dich mehr den Dingen auf deiner Glücksliste.

Pflege mehr die Beziehungen, die dich stärken, die dir gut tun und die dir Kraft und Energie schenken.

Sei dankbar für deine positiven Gewohnheiten, Gedanken- und Verhaltensweisen, die du bereits besitzt und rufe sie dir jeden Tag auf den Schirm, indem du dir die Liste ansiehst.

Tue mehr von den Dingen, die dir gut tun. Das wird dich stärken und dir mehr Energie und Kraft geben.

Gerade indem wir uns klarmachen, wie viele positive Gedanken, Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Beziehungen wir bereits in unserem Leben haben, wird uns bewusst, wie weit wir schon gekommen sind.

Das gibt Mut und Motivation weiterzumachen und uns immer mehr auf das Positive und das was uns stärkt zu konzentrieren, anstatt uns mit den negativen Dingen aufzuhalten.

Schritt 5

Wenn du alles ausgemistet hast, was eine Zeit lang dauern kann, (je nachdem, welcher Berg sich bei dir angehäuft hat) kannst du mit dem Aufräumen beginnen.

Mache eine Bestandsliste, was schon alles da ist und dann überlege, was du darauf aufbauen möchtest.

Was sind deine Wünsche und Träume für die Zukunft? Was möchtest du erreichen? Was möchtest du dir für neue Gewohnheiten, Verhaltensweisen, Gedanken und Beziehungen zulegen? Wovon möchtest du mehr?

Schreib auch hier alles auf und mache dir einen Plan. Setze dir Ziele.

Ich weiß, das mit dem Aufschreiben, Planen und Ziele setzen hört sich manchmal echt fad an, ist aber sehr effektiv. Es bewegt sich nämlich leider nichts, bis du es tust.

Auch hier wieder bei deinen Plänen und Zielen, beginn klein, mit einzelnen Schritten.

Wenn du z.B. für dich eine gesunde Morgenroutine entwickeln möchtest, dann beginn mit einer Sache am Morgen, z.B. Meditieren (wenn es das ist, was du möchtest). Allein 5 Minuten reichen schon aus. Dann kannst du dich ganz langsam steigern, 7 Minuten, 10 Minuten, bis du bei deinem Ziel angekommen bist und dann machst du mit dem nächsten weiter.  

Das äußere Aufräumen

Zu guter Letzt wollte ich mich doch nochmal ganz kurz dem Thema äußeren Aufräumen widmen.

Es gibt uns ein unheimlich gutes Gefühl, wenn wir uns in unserer aufgeräumten, sauberen Wohnung befinden, ohne viel Krims Krams.

Zudem habe ich ja bereits oben weitere positive Eigenschaften genannt, die das Ausmisten und Aufräumen mit sich bringen.

Hier nochmal ganz kurz die Benefits vom äußeren Aufräumen im Überblick:

  • Bessere Konzentration
  • Mehr Produktivität
  • Weniger Ablenkung
  • Mehr Energie
  • Steigert das Wohlbefinden
  • Mehr Klarheit
  • Wirkt befreiend

Marie Kondo liefert hierzu mit ihrer KonMari-Methode* ein paar tolle Ansätze und Tipps, wie richtiges Aufräumen dein Leben verändern kann.

Nicht umsonst trägt das Buch den Titel „Magic Cleaning“.

Ob du nun nach der KonMari-Methode gehst oder deine eigene Methode anwendest, das sei dir überlassen. Jedoch solltest du es von Zeit zu Zeit mal umsetzen. So ein Ausmisten und Aufräumen hilft uns von altem Ballast zu befreien und uns leichter zu fühlen.

Zudem hast du ja jetzt eine Menge mit dem inneren Ausmisten zu tun, da sollten wir uns von der äußeren Unordnung nicht ablenken lassen.

Also, wie wäre es mal mit einem kleinen Ausmist- und Aufräumfest?

Das innere und äußere Aufräumen lässt sich im Übrigen auch wunderbar kombinieren. Denn wenn du erst einmal eine Zeit lang deinen Kopf angestrengt hast, brauchst du auch mal eine kleine Pause.

Gerade dann kommen so Aktionen wie Ausmisten oder Aufräumen uns ganz recht, da wir hierzu unseren Kopf nicht allzu sehr anstrengen müssen.

So schaffst du wieder Balance in deinem Tun.

Fazit

Puh, das war so einiges. Manchmal kann das auf den ersten Blick ganz schön viel sein. Aber wie gesagt, Schritt für Schritt, ganz nach deinem eigenen Tempo und du wirst dennoch einen großen Sprung nach vorne machen.

Je mehr Ballast du abwirfst, umso leichter wirst du und umso leichter gehen dir auch die restlichen Dinge von der Hand.

Wenn ich dir noch einen letzten Tipp geben darf, dann der, dass du ein kleines Erfolgstagebuch führst.

Es kann natürlich auch ein Teil deines Bullet Journals, deines normalen Tagebuchs, deines Planers oder wie auch immer du es nennen magst sein.

Notiere dir jeden Tag, was du erreicht hast. Jeder noch so kleine Schritt wie z.B. Heute habe ich …..

  • … mit dem Ausmisten begonnen.
  • … mir einen Plan gemacht.
  • … mich nach neuen Jobmöglichkeiten umgesehen.
  • … aufgeräumt.
  • Etc.

Wir schaffen täglich unheimlich viele Dinge und sind in dem Moment auch manchmal ein bisschen stolz auf uns. Leider erinnern wir uns nach ein paar Tagen schon nicht mehr wirklich daran (geschweige denn nach einem Monat oder einem Jahr), weil wir gerne mal die kleinen Erfolge vergessen.

Deswegen ist es immer hilfreich und motiviert unheimlich, wenn du dir täglich einen kleinen Erfolg notierst. Glaub mir, es gibt sie, jeden Tag!

Wenn uns mal die Motivation fehlt, können wir dann zurückgehen und uns daran erinnern, was wir schon alles erreicht haben.

Das gibt Motivation, Mut und Kraft, um weiterzumachen.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren und denk dran – Nichts bewegt sich, bis du es tust!

Deine Julie

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