Negative Glaubenssätze erkennen

Wie du deine negativen Glaubenssätze erkennst

Kommen dir die folgenden Beispiele bekannt vor?

  • Du würdest gerne einfach mal auf der Couch gammeln, aber schon hast du ein schlechtes Gewissen, dass du etwas tun solltest
  • Bei der letzten Gehaltsverhandlung hast du kläglich versagt
  • Du ziehst immer wieder denselben Typ Mann an
  • Eigentlich würdest du gerne den Job oder das Studium schmeißen, hast aber Angst vor den Reaktionen der Anderen
  • Du versuchst es ständig allen recht zu machen und die Person die dabei zu kurz kommt, bist du

Genau diese Verhaltensweisen werden von unseren Glaubenssätzen gesteuert.

Auf die oben genannten Beispiele könnten z.B. die folgenden negativen Glaubenssätze passen.

  • Ich muss mich immer anstrengen
  • Geld ist schlecht
  • Es ist wichtig, was die Leute sagen, ich muss mich an die Regeln halten
  • Ich muss es immer allen recht machen
  • Männer wollen nur das Eine

Es ist unheimlich wichtig für dich zu wissen, dass egal für welche Veränderung du dich in deinem Leben entscheidest, es essenziell ist, deine Werte und Glaubenssätze zu kennen.

Weil deine innere Einstellung, deine Überzeugungen und das woran du glaubst die Dinge sind, nach denen du dein Leben ausrichtest. Sie bestimmen dein Denken und dein Handeln, was wiederum deine Gefühle beeinflusst.

Wenn du dein Verhalten wirklich ändern möchtest, dann ist es wichtig, dass das neue gewünschte Verhalten zu deiner inneren Einstellung, deiner Weltanschauung passt.

Solange es hier einen Widerspruch gibt, kannst du dir das neue Verhalten noch so sehr wünschen bzw. „trainieren“, jedoch leider ohne jeglichen Erfolg.

Aber nun erst mal Schritt für Schritt.

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind tiefe, innere Überzeugungen.

Wenn ein Glaubenssatz z.B. lautet „Ich muss es immer allen recht machen“ dann wirst du alles dafür tun, es jedem immer recht zu machen, ohne auf deine eigenen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.

Vielleicht hast du diesen Glaubenssatz als Mädchen von deiner Mutter übernommen, indem du gesehen hast, wie sie sich um alle gekümmert hat, wie sie sich aufgeopfert hat, um allen gerecht zu werden. Auf ihre eigenen Wünsche und Träume hat sie dabei allerdings keine Rücksicht genommen.

Da sie dein Vorbild war hast du dir vielleicht gedacht, dass es so sein muss.

Das Gefährliche an so limitierenden Glaubenssätzen ist nur leider, dass sie, umso länger wir sie mit uns herumtragen zu eigenen Werten werden. Nach denen du dann deinen Kompass ausrichtest.

Was ist der Unterschied zwischen Glaubenssätzen und Werten?

Glaubenssätze sind, wie das Wort sich schon zusammensetzt – Sätze an die wir glauben wie z.B.

  • Ich bin nicht gut genug
  • Ich kann das nicht
  • Das habe ich nicht verdient
  • Den perfekten Partner gibt es nicht

Weil wir sie in der Kindheit oder Jugend eventuell zu oft gehört haben oder vorgelebt bekommen haben.

Werte hingegen sind Prinzipien nach denen wir unser Leben führen. Zu den Werten zählen z.B.

  • Bewusstheit
  • Ehrlichkeit
  • Selbstvertrauen
  • Gerechtigkeit
  • Freude
  • Gesundheit
  • Frieden
  • Harmonie
  • Etc.

Wenn wir das Ganze mal an einem Beispiel eines Hauses betrachten, dann wären die Werte das Haus an sich – die Wände und das Dach.

Die Glaubenssätze sind deine Wohnungseinrichtung. Diese bleiben zwar auch meist über Jahre hinweg gleich, bei Bedarf ist es aber leichter diese auszutauschen.

Beides ist „austauschbar“. Allerdings ist es bei den Werten schwieriger und braucht meist länger.

Manchmal passieren im Leben Schicksalsschläge oder man hat ein einschneidendes Erlebnis, dann verschieben sich unsere Werte. Wie sich auch die Wände eines Hauses bei einem Erdbeben oder einer starken Erschütterung verschieben können.

Warum ist es so wichtig deine inneren Glaubenssätze zu kennen?

Meist beginnen wir uns mit diesem Thema zu beschäftigen, wenn wir uns nicht wohlfühlen. Irgendwas passt nicht. Du kommst irgendwie nicht weiter im Leben. Du trittst auf der Stelle. Du willst dich zwar verändern, aber schaffst es nicht! Du weißt was du willst, aber irgendwie scheinst du nicht dahin zu kommen.

Gerade in so Fällen sind oft die negativen Glaubenssätze am Start. Es ist wichtig diese aufzuspüren und zu durchbrechen.

Manchmal scheint es gerade so als würden wir komplett gegen uns arbeiten. Gegen das, was wir wollen und was wir uns wünschen.

Aus negativen Glaubenssätzen entstehen sogenannte innere Antreiber.

Lautet ein Glaubenssatz z.B. „Ich muss es allein schaffen“ entsteht daraus der innere Antreiber „Sei stark“.

Im Allgemeinen gibt es 5 innere Antreiber die unterschieden werden:

  • Sei perfekt!
  • Beeil dich!
  • Mach es allen recht!
  • Streng dich an!
  • Sei stark!

Jeder von uns hat ein paar dieser inneren Antreiber in sich. Meistens stellen wir das ganz einfach fest, indem wir uns unseren Lebens- und Arbeitsstil mal etwas genauer anschauen.

Wie oft hetzt du dich total ab? Bloß nicht zu spät kommen!

Wie oft versuchst du eine Arbeit, die doch eigentlich schon fertig ist noch ein paarmal zu überarbeiten – „Ich weiß nicht, da fehlt noch etwas“.

Wie oft steckst du zurück, um es anderen recht zu machen, obwohl du gar keine Lust auf die Party, das Treffen oder die Veranstaltung hast?

Wenn du mehr über die inneren Antreiber erfahren möchtest und den Test machen möchtest, in welche Kategorie du fällst, dann schau doch mal bei dem Blog von „Glücksdetektiv“ vorbei.

Aber keine Sorge, all das lässt sich ändern. Das Tolle ist, dass unser Gehirn sich ein Leben lang verändert. Somit können wir auch unser Verhalten, unsere Denkweise und unsere Gefühle verändern.

Allerdings funktioniert das nur, wenn du auch davon überzeugt bist, dass du es ändern kannst!

Was passiert, wenn wir nicht davon überzeugt sind?

Ein Beispiel: Die nächste Gehaltsverhandlung steht an und du möchtest mehr Geld. Du gehst auch euphorisch, motiviert und gut vorbereitet ins Gespräch. Bei den ersten Argumenten deines Gegenübers knickst du Jedoch ein wie eine Primel. Du lässt dich auf eine minimale Erhöhung ein, die eher frustrierend als beglückend ist. Was ist passiert? Vor ein paar Minuten warst du doch noch so sicher, dass du es schaffst?!

Ganz einfach – du bist nicht überzeugt davon, dass du es auch wirklich verdient hast!

Hier können z.B. folgende negative Glaubenssätze mit reinspielen.

  • Geld ist schlecht
  • Sei zufrieden mit dem, was du hast
  • Der Mann verdient das große Geld
  • Mach es immer jedem recht
  • Etc.

So kann das leider einfach nichts werden.

Darum ist es ganz wichtig, dass du dir darüber bewusst wirst, welche negativen Glaubenssätze sich in deinem Unterbewusstsein tummeln.

Wie findest du deine persönlichen Glaubenssätze?

Schnapp dir ein Stück Papier und einen Stift und suche dir einen ruhigen Ort.

#1 Vervollständige die folgenden Sätze. Jeden einzelnen mindestens 5 mal:

Ich bin …..

Ich bin nicht ….

Ich muss ….

Ich kann ….

Ich kann nicht ….

Ich bin davon überzeugt, dass ….

#2 Überlege weiter: Welche Sätze wurden während deiner Kindheit oder Jugend oft in deiner Familie benutzt? (Oder in deinem näheren Umfeld.)

Beipiele hierfür können sein:

  • Das Leben ist schwer
  • Ohne Fleiß kein Preis
  • Geld muss man sich hart erarbeiten
  • Das ist nichts für Frauen
  • Das würdest du eh nicht durchhalten
  • Man kann nicht alles haben im Leben
  • Mädchen machen so etwas Gefährliches nicht
  • Du kannst das nicht
  • Mit der Figur bekommst du eh nie einen Mann
  • Etc.

#3 Stelle dir hierzu auch die Fragen

  • Wovon bin ich fest überzeugt? (z.B. ich kann das nicht, ich schaffe das nicht etc.)
  • Nach welchen Überzeugungen lebe ich? (z.B. Geld ist schlecht)

Schreibe alles in Ruhe auf und beobachte dich auch in den nächsten Tagen dabei, wie du auf verschiedene Dinge reagierst. Was für Glaubenssätze könnten da noch dahinterstecken?

Sei kein Elefant

Zum Ende hin möchte ich dir noch an einem Beispiel verdeutlichen, wie sehr uns negative Glaubenssätze in unserem Leben zurückhalten können.

Hast du dir schon mal einen Elefanten im Zirkus angesehen?

Diese riesengroßen wunderschönen gigantischen Tiere, die meist an einem Mini-Pflog angebunden sind?

Sie bleiben immer im selben Umkreis stehen.

Warum?

Na weil sobald sie sich bewegen sie den Widerstand des Seils, der an den Pflog gebunden ist spüren.

Jetzt mal ganz ehrlich, jeder von uns weiß doch, nur ein einziger fester Ruck von so einem gigantischen Tier und der Pflog würde hinter ihm herwehen, wie ein Fähnchen im Wind.

Aber warum tun sie es nicht einfach?

Weil sie von klein an an den Pflog angebunden waren. Sie haben sich abgemüht, bei dem Versuch sich zu befreien oder gar den Pflog aus dem Boden zu bringen – Aber keine Chance.

Nachdem sie es eine ganze Zeit lang versucht haben, geben sie auf. Sie finden sich mit der Situation ab. Und das bis ans Ende ihres Lebens.

Fazit

Wie bereits oben einige Male erwähnt: Für dein Vorankommen ist es unheimlich wichtig deine innere Einstellung, also deine Glaubenssätze zu kennen. Sie können für dich arbeiten, genauso aber leider auch gegen dich.

Sei kein Elefant. Lass deine wahren Stärken und Fähigkeiten nicht von so limitierenden Glaubenssätze zurückhalten. Vielleicht warst du damals nicht bereit dazu oder hattest nicht die Kraft. Aber die Zeiten ändern sich, wir ändern uns und jeder Tag bietet neue Möglichkeiten.

Werde zur Macherin und nimm deine Zukunft selbst in die Hand.

Aus diesem Grund ist es wichtig negative Glaubenssätze aufzudecken, sie zu durchbrechen und zu verändern.

Hierzu erfährst du mehr in diesem Artikel.

Bis dahin – let‘s do the work!

Ich wünsche dir tolle neue Erkenntnisse dabei.

Deine Julie

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