Leben verändern

Die Macht der Gewohnheit: Wie 66 Tage dein Leben verändern können

Die Macht der Gewohnheit. Schon mal gehört?

Wir nutzen diesen Satz zumeist jedoch in einem eher etwas negativeren Kontext, z.B. wenn wir eine schlechte Angewohnheit haben und uns jemand darauf hinweist, zucken wir meist mit den Achseln und mit einem verschmitzten Lächeln gestehen wir: „Macht der Gewohnheit!“

Dabei sollte man sich diesen Satz mal langsam und laut vorsagen.

DIE MACHT DER GEWOHNHEIT!

Und genau das ist es! Es ist eine gewisse Macht, die diese Gewohnheiten mit sich bringen.

Es besteht nur die Frage, inwiefern wir diese nutzen.

Was sind Gewohnheiten für dich? Eher positiv oder eher negativ?

Eigentlich sind sie ja eine super Sache und sparen uns eine Menge Energie.

Stell dir mal vor wir müssten jedes Mal, wenn wir heimkommen und den Schlüssel in den Schlüsselkasten hängen oder in die Schale werfen, aktiv nachdenken, wo wir den Schlüssel jetzt hinlegen müssen (oder beim Ausziehen der Schuhe, beim Kaffee machen, Zähneputzen etc.).

Als ich für den Artikel recherchiert habe, bin ich darauf gestoßen, dass ca. 40% unserer täglichen Handlungen Gewohnheiten sind, die automatisiert ablaufen.

Ich muss ganz ehrlich gestehen, ich fand das ein bisschen erschreckend und beeindruckend zugleich.

Erschreckend, dass wir fast die Hälfte des Tages auf Autopilot laufen?

Beeindruckend, dass wenn wir Gewohnheiten entwickeln, die unser Leben positiv beeinflussen, wir uns mit 40% unserer täglichen Handlungen ein besseres Leben ermöglichen können.

Und das ganz ohne darüber nachzudenken? Auf Autopilot? Ganz nebenher?

Also ich weiss ja nicht, wie es dir dabei geht, wenn du das so hörst, aber für mich hört sich das einfach nur mega gut an!

Das heißt z.B. wir tun mal so ganz nebenbei etwas für unsere Figur, lernen eine neue Sprache, sorgen für eine saubere Wohnung, bilden uns weiter, etc. und das ganz ohne Aufwand?

Ganz so einfach ist es natürlich nicht – aber das kann es werden!

Und das in nur 66 Tagen!

Nein, das ist hier keine Verkaufsveranstaltung in der ich dich bitte die rosarote Pille zu kaufen, die dein Leben so viel einfacher machen wird.

Aber ich erzähle dir gerne von der lieben Phillippa Lally.

Die Studie

Die Gute hat nämlich an dem University College in London eine Studie durchgeführt, aus der hervorgeht, dass wir im Schnitt 66 Tage brauchen, um uns eine neue Gewohnheit anzueignen, automatisiert, sprich wie im Schlaf.

An der Studie haben über zwölf Wochen lang 96 Studenten teilgenommen.

84 Tage lang sollten die Studenten verschiedenen neuen Verhaltensweisen nachgehen, wie z.B. einen Spaziergang nach dem Mittagessen unternehmen, Obst nach jeder Mahlzeit essen, Dehnungsübungen nach dem Aufstehen machen, etc.

Jeden Tag haben die Probanden darüber Buch geführt, wie leicht es ihnen gefallen ist, dieser Aufgabe nachzugehen.

Nach rund 66 Tagen war die neue Gewohnheit bei fast allen Teilnehmern automatisiert.

Daran hat sich auch nichts geändert, wenn mal 1-2 Cheatdays dabei waren.

Sind das nicht super Neuigkeiten?!

Noch besser wird’s, wenn ich dir sage, dass die besonders Schnellen der Truppe nur zwischen 18-30 Tage gebraucht haben.

Oder doch nur 21 Tage?

In den 50er-Jahren stellte der plastische Chirurg Maxwell Maltz fest, dass seine Patienten rund 21 Tage nach einem Eingriff brauchten, um sich an die Veränderung zu gewöhnen.

Daher hört man auch mal öfter, dass es nur 21 Tage braucht, bis man sich eine neue Gewohnheit angeeignet hat.

Aber Vorsicht, wir sprechen hier nicht von Automatismus, sondern von gewöhnen, also das heißt, dass die Übung, bzw. die Gewohnheit dich nicht mehr absolut anätzt, wenn du sie ausführst.

Sie gehört langsam für dich schon zum Alltag dazu.

Wenn du dir also gerne eine oder mehrere neue Gewohnheiten zulegen möchtest, so wie z.B.

  • jeden Morgen nach dem Aufstehen zu meditieren
  • dich regelmäßig zu bewegen oder Sport zu treiben
  • ein Tagebuch zu führen
  • dich gesünder zu ernähren
  • dir mehr Zeit für dich selbst zu nehmen
  • mehr Zeit für Freunde und Familie zu haben
  • etc.,

dann teste diese doch einfach mal mit den 21 Tagen an.

Gebe dem ganzen mindestens 3 Wochen, bevor du wieder hinschmeißt.

Egal wie schwer es dir am Anfang fällt. Lass dir gesagt sein, es lohnt sich.

Und was sind auch 66 Tage im Vergleich zum Rest deines Lebens?

Eben, ein Klecks!

Auf lange Sicht betrachtet heißt das eben auch, dass, wenn du dich immer voll auf eine neue Gewohnheit nacheinander konzentrierst, du dir im Jahr bis zu 5 neue Gewohnheiten aneignen kannst.

Das ist eine ganze Menge und hätte bestimmt einen unwahrscheinlich positiven Einfluss auf dein Leben.

Ein Beispiel von mir

Ich muss ganz ehrlich sagen, als mir das ganze zum ersten Mal bewusst passiert ist, mit der automatischen Gewohnheit, war ich mehr als überrascht.

Normalerweise ist man ja so in seinem Alltagstrott, dass es einem selbst nicht auffällt.

Durch ein sehr inspirierendes Buch (Der Mönch der seinen Ferrari verkaufte“* von Robin Sharma), was ich gelesen hatte, machte ich mir abends zur Gewohnheit, wenn ich im Bett lag, den Tag nochmal Revue passieren zu lassen und für alles, was mir Gutes widerfahren ist, meine Dankbarkeit auszusprechen.

Da es mir sehr gut getan hat, ist es mir auch leichtgefallen, die Übung jeden Abend durchzuführen.

Und irgendwann war ich mittags mal so müde, dass ich dachte, jetzt musst du dich mal kurz aufs Ohr hauen.

Also habe ich schön das Zimmer abgedunkelt, mich gemütlich ins Bett gelegt, umgedreht und plötzlich fingen meine Gedanken an, zu kreisen und wie programmiert begann in meinem Kopf der Satz:

„Vielen Dank, dass ich heute ……….“

Wahnsinn, ich musste mich erst mal aufrecht hinsetzen und kurz überlegen, ob ich das nur geträumt hatte. Aber es war so, dass mir der Satz automatisch durch den Kopf ging.

In diesem Moment habe ich zum ersten Mal wirklich realisiert, was für eine Macht Gewohnheiten haben und was für Möglichkeiten uns diese Gewohnheiten für unser Leben bieten.

Das war für mich mal wieder ein typisches Beispiel von: „Du bist der Regisseur von deinem eigenen Film und du entscheidest, was darin passiert.“

Du hast es in der Hand, ob du dir gerne positive Gewohnheiten aneignen möchtest (oder negative), auch wenn wir oft denken, dass das nicht bei uns liegt.

Vor allen Dingen ist es leider Fakt, dass sich schlechte Gewohnheiten nicht so einfach ausradieren lassen. Diese müssen tatsächlich umprogrammiert werden und das kann ein etwas längerer Prozess werden und ist auch nicht ganz so angenehm.

Also warum nicht lieber gleich mit den guten Gewohnheiten beginnen?

7 Tipps, die dabei helfen, dir neue Gewohnheiten anzueignen

7 Tipps, die dabei helfen, dir eine neue Gewohnheit anzueignen
Fotocredit: Julia Caesar on Unsplash

#1 Kenne dein Warum

Du solltest auf jeden Fall ein starkes WARUM haben.

Was macht es so erstrebenswert, dir diese Gewohnheit anzueignen? Was bringt es dir auf langfristige Sicht gesehen? Aber auch auf kurzfristige Sicht?

Unser Gehirn ist so programmiert, dass wir gerne sofort die Belohnung haben möchten. Also sorge dafür, dass es diese auch bekommt, wenn du schön brav deiner neuen Gewohnheit nachgehst.

Zudem kommt noch, dass es dein Warum sein sollte und nicht das deiner besseren Hälfte, deiner Familie oder deiner Freunde.

Die Motivation sich dann diese Gewohnheit, die andere wollen, anzugewöhnen, ist leider eher gering und meist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Solltest du es doch gerne probieren, dann finde zuerst dein WARUM. Das muss ja nicht unbedingt dasselbe sein wie das, das deine Lieben für dich hatten.

Frage dich einfach – Was ist für mich drin, wenn ich es durchhalte?

#2 Was? Wie oft? Wann? Wo? Sei spezifisch!

  • Was möchtest du dir zur Gewohnheit machen?

(Je genauer du die Gewohnheit benennst, desto besser.)

  • Wie oft wirst du die Gewohnheit ausüben?

(Täglich? 1x? 2x? 3 x Wöchentlich?)

  • Wann wirst du die Gewohnheit ausüben?

(Nach dem Aufstehen? Vorm zu Bett gehen? Nach dem Mittagessen? Schaffe einen festen Rhythmus.)

  • Wo wirst du die Gewohnheit ausüben?

(Gibt es vielleicht einen bestimmten Raum oder Platz in deinem Haus? Das macht es einfacher für das Gehirn, sobald du da hin spazierst und z.B. die Musik anmachst, weiß das Gehirn: Achtung, jetzt geht’s los!)

#3 Feier jeden noch so kleinen Erfolg

Du solltest jeden noch so kleinen Erfolg auf deinem Weg feiern, denn gerade diese helfen dir oft am Anfang über einen schwierigen Start hinweg.

Also notiere dir am besten jeden Tag einen kleinen Erfolg auf dem Weg zur neuen Gewohnheit, z.B. in deinem Bullet Journal, deiner Agenda, deinem Dream Book oder wie immer du es auch nennen magst, das spornt an und motiviert.

Vielleicht möchtest du dir auch eine kleine Karteikarte nehmen, 10 Felder drauf malen und dir jedes Mal ein Sternchen geben.

Erinnert an die Grundschule, lass dir aber gesagt sein, auch wir Großen freuen uns heute hin und wieder immer noch, wenn wir ein Sternchen bekommen.

#4 Schaffe einen Auslösereiz

Einen bitte was?

Ja genau richtig gehört, einen Auslösereiz.

Zugegeben, das Wort ist ein bisschen komisch. Aber aufgeschlüsselt bedeutet es, dass du einen Reiz für dein Gehirn schaffst, der die neue Gewohnheit auslösen soll.

Das kann z.B. folgendes sein:

  • Du stellst die Laufschuhe direkt vors Bett, so dass du diese beim Aufstehen direkt siehst
  • Du zündest vor der Meditation eine Duftkerze an und/oder spielst Meditationsmusik
  • Die ehemalige Süßigkeitenschüssel im Wohnzimmer bleibt bestehen, wird aber ab sofort mit Obst gefüllt statt mit Süßem
  • etc.

#5 Belohne dein Durchhalten

Belohne dich dafür, dass du so gut durchhältst.

Unser Gehirn ist darauf programmiert, sich lieber bei einem schnellen Erfolg ein kleines Leckerli abzuholen, statt nach einer Durststrecke den Hauptgewinn.

Deswegen fällt es auch vielen so schwer, das gebuchte Jahresabo im Fitnessstudio durchzuhalten und sie schmeißen nach kurzer Zeit wieder das Handtuch.

Der langfristige Erfolg ist leider einfach nicht so attraktiv für unser Gehirn, wie der kurzfristige.

Daher ist es also wichtig, dass du dich zwischendurch immer wieder mit kleinen Dingen selbst belohnst, wie z.B. mit einem leckeren Frühstück nach der Joggingrunde.

Die Donuts bleiben hier natürlich bitte aus, aber ein frisch gepresster Orangensaft, frische Brötchen und leckeres, frisches Obst tun es bestimmt auch.

Oder sobald dein oben genanntes 10er-Kärtchen voll ist, gönnst du dir eine schöne Fußmassage.

#6 Bezieh andere mit ein

Ist dein Ziel der neuen Gewohnheit damit verbunden, dich mehr zu bewegen? Super, berichte deinen Mädels davon und frag sie, ob ihr euch beim nächsten Mal statt im Café lieber zu einem Spaziergang treffen wollt.

Oder melde dich zu einer Sportgruppe an. Der Druck von außen hilft manchmal, auch am Ball zu bleiben. Schließlich sagt man nur ungern Verabredungen ab.

Du kannst auch gemeinsam mit einer Freundin eine 66 Tage Challenge starten.

Sei es für Meditation, Sport, gesunde Ernährung oder sonstiges, bei der ihr zum selben Zeitpunkt beginnt und ihr euch jeden Tag von euren Erlebnissen berichtet.

Das birgt auch einen gewissen Wettbewerbscharakter und man gibt ja nur ungern auf.

Nutze das Motto: Zusammen sind wir stark!

Somit tust du nicht nur dir, sondern auch gleichzeitig deiner Freundin etwas Gutes.

#7 Einmal erreicht, geht’s beim nächsten Mal schon leichter

Zudem kommt, dass sobald du dir schon einmal eine neue Gewohnheit angeeignet hast, es dir beim nächsten Mal leichter fallen wird.

Du weißt, dass es funktionieren kann. Du hast es ja schließlich schon einmal bewiesen.

Du bist den Weg schon einmal gegangen und weißt somit, dass du es auch diesmal schaffen kannst.

Hier nochmal die 7 Tipps im Überblick

#1 Kenne dein „Warum“

#2 Was? Wie oft? Wann? Wo? Sei spezifisch!

#3 Feier jeden noch so kleinen Erfolg

#4 Schaffe einen Auslösereiz

#5 Belohne dein Durchhalten

#6 Beziehe andere mit ein

#7 Einmal erreicht geht’s beim nächsten Mal schon leichter

Fazit

Du solltest dem Ganzen auf jeden Fall eine Chance geben.

Denn ich weiß, dass wir alle gewisse Dinge haben, die wir uns lieber heute als morgen zur Gewohnheit machen möchten.

Und was sind schon 66 Tage im Vergleich zum Rest deines Lebens?

Stell dir doch einfach mal vor, was du in deinem Leben alles positiv beeinflussen würdest.

Am besten visualisierst du das Ganze für dich 2x am Tag, nach dem Aufstehen und vor dem zu Bett gehen.

Verinnerliche dir bildlich, wie du dich fühlst, wenn du deine Gewohnheit fest in deinem Leben verankert hättest.

Was ist anders?

Male das Bild so groß und so schön es geht aus und schwelge einen Moment darin.

Mir zaubert das immer ein kleines Lächeln aufs Gesicht und es fühlt sich einfach nur gut an.

Das spornt an, am Ball zu bleiben.

Es gibt auch die sogenannten Schlüsselgewohnheiten, die gleich mehrere positive Auswirkungen auf dein Leben nach sich ziehen, wie z.B. die Gewohnheit, Sport zu treiben.

Meist bringt diese Gewohnheit eine gewisse Veränderung deiner inneren Einstellung mit sich, sowie ein viel besseres Körperbewusstsein, das wiederum dazu führen kann, dass du deine Ernährung umstellst.

Denn ich sehe eher selten Leute, die aus dem Fitnessstudio kommen, eine Stunde richtig rangeklotzt haben und sich dann erst mal eine dicke, fette Käse-Pizza gönnen.

Aber erst mal eins nach dem anderen und ran an die erste kleine Gewohnheit.

Und wenn du die 66 Tage durchgehalten hast oder zwischendurch eine kleine Motivationsspritze brauchst, dann schreib mir doch einfach.

Ich freue mich von dir zu hören!

So, und jetzt: Hoch den Hintern und los geht’s, denn wie du weißt, es ist dein Leben und du hast es in der Hand, also mach was draus!

Nichts bewegt sich, bis du es tust!

Deine Julie

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