Was will ich eigentlich wirklich im Leben

Was will ich eigentlich wirklich im Leben? 3 Schritte, die dir dabei helfen es herauszufinden

Ganz vielen von uns geht es so.

Wir würden sofort loslegen, wenn wir doch nur wüssten was wir im Leben eigentlich wirklich wollen.

Immer wieder dreht es sich um dieselbe Frage: Was will ich eigentlich wirklich im Leben?

Ganz oft sind wir in einem Job, einem Umfeld oder in einer Beziehung, wo wir uns nicht wohlfühlen.

Eigentlich wissen wir ja, dass es nicht das ist was wir gesucht haben und es uns nicht erfüllt.

Wir wissen aber auch nicht was wir anstelle dessen wollen. Darum bleiben wir oftmals in dieser Situation (Komfortzone) stecken – unzufrieden, antriebslos, ohne jegliche Motivation.

Wenn wir doch nur wüssten, was wir anstatt dessen wollten, dann würde uns ein Wechsel bestimmt leichter fallen – oder nicht?

Aber warum fällt es uns häufig so schwer zu wissen, was wir überhaupt wollen.

Das fängt schon oft sehr früh an:

  • „Mama ich will ein Eis.“ – „Nein willst du nicht.“
  • „Aber ich liebe ihn wirklich“ – „Nein, das bildest du dir nur ein!“
  • „Ich möchte Schauspielerin werden.“ – „Ach was, die Flausen hat dir bestimmt nur jemand in den Kopf gesetzt.“

Bei der Ausbildungs- und Berufswahl geht es dann so weiter, hier treffen zwei Generationen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Auf der einen Seite die Eltern, die unter dem Stern „sichere Arbeitsstelle“ groß geworden sind und gegenüber das „Kind“ der Generation „sich einfach mal ausprobieren“.

Wie oft wir wohl im Leben schon Wünsche geäußert haben, die mit einem „Ach was, das bildest du dir nur ein!“ oder so ähnlich abgeschmettert wurden.

Ist man sich dann mit seiner Entscheidung nicht 100%ig sicher, lässt man sich schnell von anderen Meinungen beeinflussen.Somit ist der Ärger schon vorprogrammiert.

Denn das, was dich wirklich erfüllt und du im Leben wirklich erreichen willst, kannst nur du allein entscheiden.

Es ist mal wieder an der Zeit von den ganzen Meinungen, Vorurteilen und guten Ratschlägen der anderen Abstand zu nehmen, zur Ruhe zu kommen und dich ein bisschen intensiver mit dir selbst auseinanderzusetzen.

Es gibt verschiedene Methoden und Wege dich mit der Frage: „Was will ich eigentlich wirklich im Leben?“ zu beschäftigen.

Hier stelle ich dir 3 Schritte vor, die du nutzen kannst, um der Frage auf den Grund zu gehen.

#1 Begin with the end in mind

Schon am Anfang das Ende im Sinn haben bei der Frage was will ich eigentlich wirklich im Leben?
Fotocredit: Francisco Delgado on Unsplash

Diese Methode stammt aus dem Buch und Training “Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg” von Stephen Covey.

Hier geht es darum, sich mal zu fragen oder sich darüber Gedanken zu machen, wie wir denn in Erinnerung behalten werden wollen, wenn wir einmal nicht mehr da sind.

Möchtest du als die Person in Erinnerung behalten werden:

  • die etwas nachhaltig im Leben anderer verändert hat,
  • die immer das im Leben getan hat, was ihr Spaß gemacht hat,
  • als liebevolle Ehefrau,
  • die sich von nichts hat aufhalten lassen,
  • als gute Mutter ,
  • als Freundin, die immer für einen da war,
  • als jemand der seine Träume verwirklicht hat.

Lass diese Frage „Wie möchtest du, dass die Menschen dich in Erinnerung behalten?“ einmal sacken und mache dir Gedanken darüber.

Dann notiere dir Deine Antwort dazu.

Im Anschluss überlege dir, inwiefern deine Notizen und die Antwort auf die Frage mit deinem aktuellen Leben übereinstimmt.

Du möchtest z. B. als jemand in Erinnerung behalten werden, der für seine Wünsche und Träume eingestanden ist, quälst dich aber momentan damit herum den Wünschen aller anderer gerecht zu werden, nur nicht deinen eigenen…

Meine persönliche Erfahrung

Durch etliche Trainings und Seminare, habe ich das Prinzip der „Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg“ schon vor längerer Zeit kennengelernt.

Aber die wirkliche Bedeutung des 2. Punkts „Schon am Anfang das Ende im Sinn haben“ habe ich erst im vergangenen Jahr erkannt.

Im vergangenen Jahr mussten wir leider Abschied von meinem Papa nehmen.

Seine Beerdigung war eines der traurigsten, aber auch gleichzeitig inspirierensten Erlebnisse in meinem Leben.

Die Beerdigung war an einem Montagnachmittag und es war bitterkalt, der Wind pfiff aus allen Richtungen.

Doch als wir am Friedhof ankamen, war dieser voll von Menschen, teilweise von weit her angereist, um mit uns Abschied zu nehmen.

Es waren so viele.

Mein Vater war Lehrer und ich wusste, dass er immer einen guten Draht zu seinen Schülern hatte, da er sich oft für sie eingesetzt und stark gemacht hatte.

Aber als an diesem Tag selbst eine Abschlussklasse von 1988 zusammen mit vielen weiteren Menschen, deren Leben er nachhaltig geprägt hatte, kam – war es das erste Mal, dass ich den Sinn der 2. Gewohnheit „Begin with the end in mind“ verstanden habe.

Nach diesem Tag habe ich alles hinterfragt

  • „So wie ich jetzt bin und was ich jetzt tue – möchte ich so in Erinnerung behalten werden?“
  • „Wessen Leben beeinflusse ich im positiven Sinne nachhaltig?“

Im Monat danach habe ich meine Kündigung eingereicht und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Diesen Schritt hatte ich zwar bereits geplant, aber ihm die ganze Zeit mit einem eher mulmigen Gefühl der Ungewissheit entgegengeblickt.

Doch wenn mir eins bewusst geworden ist, dann, dass ich viel mehr Angst davor habe, es nie versucht zu haben, als davor zu scheitern.

Aus dem Buch „Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben“* von Timothy Ferriss ist mir ein Lösungsvorschlag ganz besonders in Erinnerung geblieben: Wenn du Angst hast zu scheitern, stelle dir diese Frage: „Was wäre das Schlimmste was passieren könnte?“

Bei mir war die Antwort, dass ich mir wieder einen Job suchen darf und Schulden zurückzahlen muss.

Das kam mir dann plötzlich so lächerlich vor – das soll alles sein? Deswegen hast du gezögert?  

Wir stellen uns manchmal die Dinge so schlimm und dramatisch vor – größtenteils trifft es dann nicht mal so ein.

Wäre es nicht viel schlimmer an deinem Lebensabend dazusitzen und zu wissen, du hättest die Chance gehabt, hast sie aber nie genutzt?

Du weißt nun, wie du in Erinnerung behalten werden möchtest und kannst nun zum nächsten Schritt übergehen, um mehr Klarheit zu gewinnen.

Lesetipp: Klarheit im Kopf schaffen – 5 Methoden, die dir dabei helfen

#2 Fragen stellen

Nimm dir die folgenden 4 Dinge:

  • Zeit
  • Ruhe
  • Block
  • Stift

Dann beantworte die folgenden Fragen

  • Was ist deine Leidenschaft?
  • Wofür kannst du dich so richtig begeistern?
  • Was ist ein Thema, bei dem du nicht mehr zu erzählen aufhören kannst?
  • Was kannst du gut?
  • Was bereitet dir Freude?
  • Was macht dir Spaß?
  • Wenn du alle Zeit und alles Geld der Welt hättest, was würdest du dann tun?

Schreib alles auf.

Diese Aufgabe kann etwas knifflig sein, da wir uns dafür wirklich mit uns selbst auseinandersetzen müssen.

Viele Leute können diese Fragen auf Anhieb nicht beantworten.

Wenn es dir genauso geht ist das kein Problem – nimm dir einfach die Zeit die du brauchst.

Du kannst dir diese Frage auch mal über den Tag hinweg stellen und deinen Denkapparat arbeiten lassen. Manchmal kommen die Antworten in einem ruhigen Moment, wenn wir gar nicht damit rechnen, von ganz allein.

Oder genau dann, wenn wir gerade genau das tun, was uns Spaß macht.  

#3 Komm ins Handeln

Komm ins Handeln - Nichts bewegt sich, bis du es tust!
Fotocredit: Danielle MacInnes on Unsplash

Es bewegt sich nichts, bis du es tust!

Durch das Handeln finden wir am besten heraus was uns wirklich liegt und Spaß macht, uns bewegt, antreibt und erfüllt.

Diese ganzen Tipps, Tricks, Methoden und Schritte sind in der Theorie ja immer ganz nett, aber sie bringen dir rein gar nichts, wenn du sie nicht umsetzt.

Aus diesem Grund boomt die Ratgeber Industrie auch ohne Ende. Ständig kommen neue Bücher und Kurse auf den Markt, viele ein Bestseller – aber irgendwie scheinen die Probleme dennoch kein Ende zu nehmen.

Warum ist das so?

Weil viele einfach ein Buch lesen oder mal einen Kurs machen, danach total euphorisch sind und sich denken „Wow, das klingt super, sollte ich auf jeden Fall mal ausprobieren“ oder „Das werde ich ab sofort in mein Leben integrieren“, anschließend aber das Buch weglegen und in den Alltag zurückkehren. Das war’s dann.

Davon ändert sich aber leider nichts.

Wenn du wirklich herausfinden möchtest, was du wirklich im Leben willst, dann musst du dich leider dahinterklemmen und die Arbeit machen!

Nimm dir die Zeit für dich selbst, um es herauszufinden. Je schneller du es herausfindest, desto schneller wirst du ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben leben.

Selbst wenn du etwas ausprobierst und anschließend merkst, dass es dir doch nicht zusagt. Ok – aber dann hast du es wenigstens probiert, kannst es jetzt von der Liste streichen und wirst dich nicht dein Leben lang fragen „Was wäre wenn …“.

Was will ich eigentlich wirklich im Leben – Das Fazit

Heul nicht über verschüttete Milch! Die Zeit hat dich zu dem Menschen gemacht, der du bist.
Fotocredit: Brigitte Tohm on Unsplash

Eine Sache ist mir hier ganz wichtig und deshalb möchte ich es hier noch erwähnen.

Egal in welcher Situation du lange Zeit festgefahren warst – sei es ein Studium, ein Job, eine Beziehung oder was auch immer.

Sieh diese Zeit nie als verschwendet an, denn das war sie nicht! Diese Zeit hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist.

Oft gibt es das eine nicht ohne das andere – keine Liebe ohne Schmerz, keine Hochs ohne Tiefs, keine Pros ohne Kontras.

Vielleicht hast du vor langer Zeit mal einen Ratschlag bekommen, den nicht befolgt und denkst dir nun: „Hätte ich das nur schon damals ausprobiert, dann hätte ich mir die ganze Zeit gespart.“

Ja – es kann sein, dass dies der Fall gewesen wäre. Aber zum einen fällt diese Geschichte dann unter die Rubrik „Heul nicht über verschüttete Milch“ und zum anderen ist es meiner Erfahrung nach eher unwahrscheinlich. Du wärst damals wahrscheinlich gar nicht dazu bereit gewesen diesen Tipp anzunehmen.

Denn es gibt das schöne Sprichwort „Der Lehrer erscheint, wenn der Schüler bereit ist zu lernen.“

Manchmal brauchen wir eben unsere Zeit und müssen gewisse negative Erfahrungen machen, damit wir daraus lernen und damit wachsen. Das kann eben mitunter etwas länger dauern.

Also nimm es so an wie es ist und sei nicht so hart mit dir selbst.

Alles braucht eben seine Zeit und vor allen Dingen unser Wachstum.

In diesem Sinne wünsche ich dir viele neue Erkenntnisse bei der Umsetzung dieser Schritte.

Deine Julie

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
6 Comments
älteste
neueste meiste Bewertungen
Inline Feedbacks
View all comments
Elfriede
1 Jahr zuvor

Danke für deine Worte. Es hat sich alles nochmal bestätigt, daß ich auf den richtigen Weg bin. Ich weiß es, aber es tut gut, wenn man es auch nochmal beim Lesen verinnerlichen kann.
LG.Elfriede

Vera
1 Jahr zuvor

Großartig formuliert, ich habe mich selten so verstanden und an dem Punkt, an dem ich gerade stehe abgeholt gefühlt.
Bitte weiter so…

Katharina
1 Jahr zuvor

Liebe Julie, … danke dafür! Ich tu mir zwar schwer die Fragen zu beantworten leider noch immer aber wie du richtig geschrieben hast – Akzeptieren was war & es als Lernprozess ansehen & darauf vertrauen dass man am richtigen Weg ist & vor allem ins „Machen“ kommen egal welcher Schritt .. einfach einen weiter gehen .. dann vl nochmal in eine andere Richtung aber nicht im Hamsterrad aus Angst stehen bleiben. Danke dir! Ich hab die Fragen aufgeschrieben und lass die mal im Hinterkopf ✨ die Antworten werden kommen … alles Liebe, Kathi