Komfortzone verlassen

Komfortzone verlassen: 5 Tipps, wie es dir endlich gelingt

Was ist die Komfortzone überhaupt?

Herzlich Willkommen in dem gemütlichsten und sichersten Wohnzimmer der Welt. Mit einer riesen großen Couch, Kuscheldecke, jeder Menge Snacks und Erfrischungen – darf ich vorstellen, die Komfortzone.

Hier fühlst du dich wohl und sicher, hier kennst du dich aus.

Wenn du dich dahin begibst, ist es jedes Mal wie „Heim kommen“. Du kennst jeden Zentimeter dieses Bereiches in- und auswendig.

Hier bist du seit Jahren zu Hause und seitdem hat sich auch nicht wirklich etwas verändert.

Derselbe Ablauf, Tag ein Tag aus, dieselben Gewohnheiten, Routinen, dasselbe Umfeld, keine Anstrengung, Unbequemlichkeit etc..

Die Komfortzone kann sich manchmal wunderbar anfühlen, leider hat sie nur einen riesen großen Haken – Wachstum ist in diesem Bereich ausgeschlossen.

Warum es so wichtig ist deine Komfortzone zu verlassen

„Wenn du immer das tust, was du schon immer getan hast, dann wirst du auch immer das bekommen, was du schon immer bekommen hast.“

Indem du neue Dinge ausprobierst, hast du die Chance neue Talente, Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entdecken, die dir Spaß machen.

Du lernst dazu, wächst über dich hinaus und entdeckst neue Horizonte, die dir vorher unbekannt waren.

Zudem lernst du dich selbst besser kennen, steigerst dein Selbstvertrauen und dein Selbstbewusstsein.

Jedes Mal, wenn wir uns außerhalb der Komfortzone bewegen, lernen wir auch, dass es möglich ist und dass unsere Grenzen, meist nur im Kopf existieren.

Lesetipp: Wie 66 Tage dein Leben verändern können

Was spricht dagegen die Komfortzone zu verlassen?

Hier kommen immer unsere heiß begehrten Ausreden zu Wort gepaart mit dem inneren Schweinehund.

  • Was ist, wenn das nicht der richtige Zeitpunkt ist
  • Nee, lass mal lieber, das geht bestimmt nicht gut
  • Und was ist, wenn das nicht klappt, ich habe doch gar keine Ahnung davon

Die Komfortzone verlassen bedeutet vor allen Dingen eins: Dich deinen Ängste zu stellen.

Evolutionsbedingt, gibt es vor allen Dingen 3 Hauptängste mit denen wir zu kämpfen haben, wenn wir unsere Komfortzone verlassen.

Angst vor Misserfolg! Angst vor Überanstrengung! Angst vor sozialer Zurückweisung!

Wir haben Angst davor zu scheitern, Angst davor auf die Nase zu fallen und dann wieder von vorne anfangen zu müssen. Angst uns lächerlich zu machen, indem wir versuchen etwas anzupacken, was uns dann nicht gelingt. Angst davor verletzt zu werden.

Wir haben Angst davor, dass wir es nicht schaffen werden, dass das alles zu viel für uns ist und dass wir heillos in dem Chaos untergehen werden.

Und last but not least hat es wieder einer meiner Favoriten aufs Treppchen geschafft: Was sagen die Leut‘! Wir haben Angst davor ausgeschlossen zu werden.

Damals in der Steinzeit bedeutete das ja den sicheren Tod, aber auch heute fürchten wir noch unheimlich den Ausschluss aus der Gesellschaft bzw. aus unserem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis.

Wir haben Angst vor dem Missmut und der Verachtung der anderen oder dass sie sich über uns lustig machen könnten.

Lesetipp: Ausreden: Wie du sie endlich hinter dir lässt

5 Tipps, wie du die Komfortzone verlassen kannst

Jedes Mal, wenn wir etwas Neues ausprobieren, neue Menschen kennenlernen oder uns in ein neues Umfeld begeben, verlassen wir unsere Komfortzone.

Das Wichtige beim Verlassen der Komfortzone sind meiner Meinung nach 5 Dinge.

#1 Fordern statt überfordern

Manchmal stößt man auf Artikel, die dir empfehlen dich mitten in der Stadt auf den Boden zu legen, eine wildfremde Person anzusprechen und ihr Witze zu erzählen, eine Rede vor vielen Leuten zu halten etc..

Meine persönliche Meinung dazu – Schwachsinn, soweit musst du gar nicht erst gehen.

Allein bei dem Gedanken daran sich auf die Straße zu legen rebelliert mein innerer Schweinehund. Und ich habe meine Komfortzone nun wirklich schon um einen großen Teil erweitert.

Aber die Frage ist, was bringt es dir?

Einen Adrenalin Kick, wenn du dich innerlich zu Tode zitterst, weil du dich gerade in einer großen Stadt irgendwo in der Fußgängerzone mitten auf den Boden legst?

Mal ganz abgesehen davon, dass ich allein bei dem Gedanken daran gerne unter die Dusche springen würde. Urgs.

Nein.

Die Komfortzone verlassen muss nicht immer gleich von 0 auf 100 gehen.

Du kannst wirklich mit ganz kleinen Mini Aktionen starten. Vor allen Dingen kommt es darauf an, was du in deinem Leben verändern möchtest.

Ich kenne Männer, die gar kein Problem damit hätten sich in der Fußgängerzone auf den Boden zu legen. Geht es allerdings darum eine Frau anzusprechen, die ihnen gefällt, so knabbern sie sich alle Fingernägel ab, bevor sie überhaupt den ersten Schritt in ihre Richtung gewagt haben.

Wir kennen unsere Komfortzone genau, wir wissen in welchem Bereich sie sich befindet und wo unsere Grenzen sind, und zwar dort wo sich jedes Mal ein unwohles Gefühl in der Magengegend breitmacht, wenn wir allein nur daran denken.

Dich außerhalb deiner Komfortzone zu begeben, kann auf den verschiedensten Ebenen deines Lebens stattfinden.

Sei es

  • indem du dich auf einen neuen Job bewirbst
  • die Kündigung aussprichst und noch nicht weißt, was dann kommt
  • dich im Bikini ins Schwimmbad traust
  • einen Konflikt mit jemandem zu klären versuchst
  • jemanden um Verzeihung bittest
  • einer neuen Liebe eine Chance gibst
  • etc.

Es gibt unendlich viele Bereiche, in denen du dich außerhalb deiner Komfortzone begeben kannst und jedes Mal, wenn wir das tun, lernen wir etwas.

Über uns selbst, über andere, über neue Tätigkeiten etc..

#2 Schritt für Schritt

Erst mal ein bisschen schnuppern. Wie beim ersten Punkt beschrieben, musst du dich ja nicht gleich Hals über Kopf ins Abenteuer stürzen.

Im Alltag reichen oft schon minimale Veränderungen in unseren Routinen aus, um die Komfortzone zu verlassen.

Du wählst beim Joggen z.B. immer denselben Weg? Wie wäre es, wenn du die Route heute mal änderst?

Du verbringst die Mittagspause immer drinnen? Dann verbringe sie doch heute mal draußen, wenn es das Wetter zulässt. Oder mache nach dem Mittagessen einen 10-Minütigen Spaziergang um den Block.

Beginne mit kleinen Veränderungen und dann taste dich langsam aber sicher vor.

#3 Beginne, bevor du soweit bist

Zu den zwei unserer häufigsten Ausreden gehören die Sätze: „Ich bin noch nicht soweit“ und „Mir fehlt die nötige Qualifikation“.

Ja, das mag ja sein, aber hast du auch schon mal den Spruch gehört „Mit seinen Aufgaben wächst man“?

Was uns oft in unserer Komfortzone gefangen hält, ist das Warten auf den richtigen Zeitpunkt und das Überanalysieren von Situationen oder Aufgaben.

  • Erst brauch ich noch den Lehrgang und dann kann ich mich bewerben
  • Vielleicht sollte ich erst noch etwas mehr Berufserfahrung sammeln
  • Erst möchte ich noch den Abschluss machen und dann leg ich los
  • Wenn ich erst mal die beiden Projekte beendet habe, dann …

Die Sache ist die, wenn du so lange wartest, bis du wirklich soweit bist, dann bist du schon wieder bereit für den nächsten Schritt.

Man wächst mit seinen Aufgaben.

Wenn wir das jetzt mal auf das Berufsleben bezogen betrachten:

Ich habe schon Chefs erlebt, die von ihren Mitarbeitern eingelernt wurden, da ihnen in manchen Bereichen die Kenntnisse einfach gefehlt haben. Das ist ganz normal. Man kann nicht alles können, zudem soll z.B. eine Führungskraft das Team leiten und nicht Experte in jedem einzelnen Bereich sein.   

Es gibt nichts was du nicht lernen könntest.

Wenn du jetzt z.B. lieber noch ein halbes Jahr wartest, bis du mehr Berufserfahrung gesammelt hast, hat sich in der Zwischenzeit vielleicht schon jemand mit denselben Qualifikationen wie du den Job gesichert und ist in dem halben Jahr, indem du dich dann bewerben wirst schon voll eingearbeitet und dir ein paar Schritte voraus.

Fragen kostet nichts und mehr als nein sagen können sie nicht.

Und letzten Endes solltest du dir einer Sache bewusstwerden – der perfekte Moment kommt nie. Und der beste Moment um etwas zu beginnen ist immer jetzt.

#4 Lass die Vergangenheit los

Ich weiß, es ist schwer, wenn wir mal …

  • … gescheitert sind
  • … verletzt oder enttäuscht wurden
  • … Misserfolg hatten
  • … ausgeschlossen wurden
  • … etc.

Und unser Gehirn merkt sich so etwas natürlich.

Einmal auf eine heiße Herdplatte gegriffen bekommst du beim nächsten Mal, wenn du nur in die Nähe einer heißen Herdplatte kommst, das Signal von oben – Achtung: Verbrennungsgefahr!

Genauso ist das bei all den Situationen aus unserer Vergangenheit, bei denen wir uns schon einmal „verbrannt“ haben.

Wir kämpfen meist mit der Folgerung: Das ist schon einmal schiefgegangen, dann wird es dieses Mal auch schiefgehen.

Infolgedessen machen wir dann komplett dicht und ziehen uns ganz weit in unsere Komfortzone zurück – ja nicht nochmal verbrennen.

Fakt ist aber, wenn du dich zurückziehst und dichtmachst, dann wirst du auch nie erfahren, ob es nicht vielleicht doch möglich gewesen wäre. Und darfst dich dann irgendwann mit der Frage: „Was wäre wenn“ auseinandersetzen.

Frage dich lieber, was das Schlimmste wäre was passieren könnte und ob du bereit bist diesen Preis zu zahlen. Meist kommt es erst gar nicht so weit. Aber allein zu wissen, was die eventuellen Konsequenzen wären und dass wir bereit sind diese zu tragen macht es uns oft leichter eine Entscheidung zu treffen.

Lerne aus deinen Fehlern, begehe nicht nochmal dieselben, mache es diesmal anders, dann wirst du auch ein anderes Ergebnis erzielen.

Versuche nicht mit Angst oder Vorurteilen in die neue Situation reinzugehen. Das ist eine neue Situation und hat nichts mit der Vergangenheit zu tun.

Und wenn du erst einmal eine schwierige Situation gemeistert hast, dann weißt du, dass du stark genug sein wirst es immer wieder zu schaffen.

Behalte im Hinterkopf, was du aus der letzten Situation gelernt hast und versuche dies nun anzuwenden, aber nimm es nicht zum Anlass, es nicht nochmal zu versuchen.

#5 Komm ins Handeln

Nichts bewegt sich, bevor du es tust.

Hierzu hat Mel Robbins eine super simple und einfache Regel aufgestellt, die sich die 5-Sekunden-Regel nennt.

Die Methode ist simpel, was aber nicht bedeutet, dass sie einfach ist. Denn du trittst hier gegen deinen größten Gegner an – deinen inneren Schweinehund.

Was ist die 5-Sekunden-Regel?

Simpler kann es eigentlich wirklich nicht sein. Von dem Moment an, indem du eine Idee oder einen Impuls hast, zählst du langsam von 5 rückwärts und dann handelst du.

Der Wecker klingelt morgens: 5-4-3-2-1-raus aus dem Bett. Egal, ob du gleich aufstehst oder dich erst mal hinsetzt, wichtig ist, dass du in Aktion trittst.

Du hast eine Idee, die du gerne deinem Chef vortragen würdest: 5-4-3-2-1-sprich ihn an und mach ein Termin mit ihm aus, schick ihm eine E-Mail oder ruf ihn an.

Die Sache mit der 5 Sekunden-Regel ist folgende, wenn du es nicht schaffst innerhalb dieser 5 Sekunden den Hintern hochzubekommen, dann liegt die Chance sehr hoch, dass dein innerer Schweinehund in den folgenden Sekunden alles dafür tun wird, dir die Sache auszureden und auch Erfolg damit hat.

Also hinter der Regel steckt quasi die Message: Handle, bevor dein innerer Schweinehund die Ohren spitzt.

Funktioniert die 5-Sekunden-Regel für alle?

Mel Robbins hat in einer ihrer Q&A Runden ein sehr gutes Statement dazu abgeliefert, warum die 5-Sekunden-Regel bei manchen nicht funktioniert.

Zu allererst ein Fakt: Die 5-Sekunden-Regel funktioniert – immer.

Der einzige Grund, warum sie bei manchen einfach nicht funktionieren will ist, dass diese Menschen sich nicht ändern wollen. Sie sind nicht bereit Opfer zu bringen und sie sind auch nicht bereit sich aus ihrer Komfortzone herauszubegeben.

Wenn im Winter morgens der Wecker klingelt und du liegst noch in deinem schönen warmen kuscheligen Bett, solltest du nun eigentlich aufstehen, um dir die Laufschuhe anzuschnüren und Sport zu machen.

Die 5-Sekunden-Regel funktioniert, wenn du von 5 langsam rückwärts zählst und dann den Hintern hochbekommst und aus dem Bett steigst.

Solltest du aber liegen bleiben, dann bedeutet das nicht, dass die 5-Sekunden-Regel versagt hat, sondern du – so hart das nun klingt.

Dein innerer Schweinehund hat gesiegt und obendrein wirst du dich später auch noch schlecht deswegen fühlen.

So entsteht keine Veränderung.

Du kannst dir so viel Methoden, Techniken und Tipps durchlesen wie du möchtest. Und die sind alle hilfreich und bei den meisten ist auch wissenschaftlich belegt, dass sie erfolgreich sind.

Aber nichts bewegt sich, bevor du es tust! Alle Methoden sind schön und gut, aber du musst sie auch umsetzen, sonst ändert sich gar nichts.

Ich weiß, dass die Komfortzone ein super bequemer und sicherer Bereich für dich ist, aber es ist nicht der Ort, an dem du wächst, es ist nicht der Ort, an dem Wunder geschehen und es ist auch nicht der Ort, an dem du dein größtes Glück finden wirst.

Denn „Magic happens outside your comfort zone”!

Fazit

Jeder von uns hat seine Komfortzone und egal wie weit wir uns aus dem Fenster lehnen, sie wird immer bestehen bleiben.

Allerdings können wir sie um ein riesen großes Stück erweitern.

Es gibt sogar Leute, die früher Angst hatten vor anderen zu sprechen und mittlerweile stehen sie auf der Bühne vor mehreren tausend Leuten und das fühlt sich für sie nun ganz normal an – sie haben ihre Komfortzone um diesen Teil erweitert.

Vergiss niemals, dass du nur so weit kommst, wie deine Vorstellungskraft reicht bzw. wie weit du zu Träumen wagst. Aber die Träume verwirklichen sich nun mal eben nur außerhalb der Komfortzone.

Also nimm deinen Mut zusammen, überwinde deinen inneren Schweinehund und beginne mit den ersten kleinen Schritten, dich außerhalb deiner Komfortzone zu begeben.

Ich kann dir sagen, es lohnt sich und wünsche dir ganz viel Erfolg dabei.

Deine Julie

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