Visualisierung - Frau hält die Augen zu

Die Kraft der Visualisierung

Alles was du dir vorstellen kannst, kannst du auch erreichen.“ Walt Disney

Walt Disney war wahrhaftig ein Meister der Visualisierung, wir alle kennen die wunderbare Welt seiner Vorstellungskraft, die er uns hinterlassen hat.

Die Visualisierung ist ein unheimlich kraftvolles Tool im Mentaltraining und eine starke Motivationstechnik, die auch gerne bei Spitzensportlern, Top Managern oder im Coaching verwendet wird.

Obwohl wir alle mehr oder weniger wissen, worum es sich bei der Visualisierung handelt, wird sie doch oft unterschätzt.

Die Augen schließen, sich ein paar Bilder vorstellen und sich somit seine Wünsche und Träume zu erfüllen.

Das klingt einfach zu sehr nach „Tschakka du schaffst es“.

Natürlich ist die Visualisierung nur ein Teil im Zahnrad des Erfolges – dabei aber ziemlich einfach zu bedienen, dennoch mit großem Erfolgspotenzial.

Wie du richtig visualisierst, um den maximalen Erfolg für dich dabei herauszuholen und was es dir wirklich bringt, das erfährst du in diesem Artikel.

Was bedeutet etwas visualisieren?

Wenn wir etwas visualisieren, dann denken wir in Bildern oder kurzen Filmen.

Wer kennt das nicht auch: Man sitzt da, starrt ins Leere und schon schwindet man dahin, in seinen Tagtraum.

Vielleicht bringt er uns in ein fernes Land, in einen anderen Job, zu dem Menschen, mit dem wir unser Leben verbringen möchten etc..

Oder jemand sagt zu uns: „Stell dir mal vor ….“ und schon fährt ein Film vor unserem inneren Auge ab.

Wir alle visualisieren mehrmals täglich, ohne uns oftmals überhaupt darüber bewusst zu sein.

Wo hatte ich den Schlüssel nochmal hingelegt? Mhh mal kurz überlegen – und schon erscheinen vor unserem inneren Auge Bilder.

In diesem Post soll es aber nicht darum gehen, wie du die Visualisierung eventuell bereits in deinem Alltag nutzt, sondern wie du sie richtig nutzen kannst, um maximalen Erfolg zu erzielen.

Also weiter zur nächsten Frage.

Was bringt visualisieren?

Durch die Visualisierung erhältst du ein klares Bild von deinem Ziel vor Augen, du weißt genau, wie es aussieht und wie es sich anfühlt, wenn du es erreicht hast.

Das macht es realistischer und greifbarer für dich. 

Die Motivation steigt, da wir nun eine klare Vorstellung vor Augen haben.

Was passiert beim Visualisieren?

Welche Bilder oder welcher Film während der Visualisierung in unserem Kopf abgespielt werden, bestimmen wir im Grunde genommen selbst.

Denn unser Gehirn arbeitet mit einem Filter, den wir programmiert haben.

Der Filter

Er basiert auf unseren Glaubenssätzen, Vorstellungen, Werten etc. – quasi unserem inneren Kompass.

Was bedeutet das?

Unsere einzigen Grenzen sind die Grenzen unserer Vorstellungskraft.

Ob es dir leichtfällt, dir eine innere Vorstellung davon zu machen, ob du die Beförderung bekommst oder nicht, hängt auch mit deinen Glaubenssätzen zusammen, ob du überhaupt denkst, dass du es verdient hast.

Wenn du z.B. denkst, dass du nicht gut genug bist, um die Beförderung zu bekommen, dann wird dieser Filter darauf ausgerichtet Beweise zu finden, um diese Aussage zu rechtfertigen!

Und wenn du mit dem Visualisieren beginnst, dann passiert es aller Wahrscheinlichkeit nach, dass dir die Situationen vor Augen kommen, bei denen du mal im Job versagt hast oder wie du eventuell in dem Gespräch über die Beförderung versagen könntest.

Du setzt den Filter. Du gibst vor, wonach gefiltert wird.

Und egal, ob du denkst, dass die Welt gut oder schlecht ist, für beides wirst du Beweise finden, die deine Ansichten rechtfertigen.

Die gute Nachricht ist, dass du diesen Filter neu programmieren kannst.

Wie?

Indem du deine eigene Visualisierung von deinem Wunschzustand erschaffst und dir diese durch stetige Wiederholung einprogrammierst.

Aber wie ist das möglich?  

Real oder Fake?

Wir können durch Gedanken unheimlich viel in unserem Leben beeinflussen und noch mehr, wenn wir in Bildern denken.

Warum ist das so?

Weil unser Gehirn, so großartig es auch ist, nicht unterscheiden kann, ob ein Bild nun der Realität entspricht oder nur unserer Vorstellungskraft entsprungen ist.

Das heißt, wenn wir uns immer wieder dieselben Bilder vorstellen, wie wir z.B. erfolgreich sind; voller Energie einer Arbeit nachgehen, die uns erfüllt; eine erfüllte Partnerschaft leben; uns in unserem Körper wohlfühlen; dann kann unser Gehirn irgendwann nicht mehr unterscheiden, ob wir diese Bilder nur denken oder ob sie der Realität entsprechen.

Unser Gehirn hält diese Bilder dann einfach für die Realität.

Deswegen sind Vision Boards (oder auch Dream Boards genannt) ebenfalls eine sehr beliebte Unterstützung im Erreichen deiner Ziele/Träume/Wünsche.

Wie visualisiert man richtig?

Wie visualisiert man richtig - Frau Haare wehen im Wind
Fotocredit: Jonathan Borba on Unsplash

Es gibt ein paar Dinge, die du bei der Visualisierung beachten solltest.

#1 Zur Ruhe kommen

Natürlich benötigt die Visualisierung keine große Kraftanstrengung, dennoch solltest du sie nicht einfach so zwischen Tür und Angel machen oder in einem Umfeld in welchem du ständig unterbrochen wirst.

Sorge für eine entspannte Atmosphäre. Du kannst auch gerne eine kleine Meditation vorweg machen, damit du zur Ruhe kommst oder dir eine Kerze anzünden, Musik einlegen etc. je nachdem was dir am meisten dabei hilft runterzukommen.

#2 Nutze deine Entspannungsphasen

Visualisierungen sind eigentlich nichts anderes als Tagträume.

Kennst du diesen Moment, indem du entspannt auf der Couch sitzt, dein Blick plötzlich in die Leere geht und deine Gedanken dich mit auf eine Reise nehmen.

Beim Visualisieren ist nur der Unterschied, dass du dich bewusst auf diese Reise begibst.

Wunderbar funktioniert das Visualisieren am Morgen nach dem Aufstehen oder am Abend, wenn du im Bett liegst kurz vorm Einschlafen.

Hier befinden wir uns nämlich in einem entspannten Zustand, der uns näher zu unserem Unterbewusstsein bringt.

Es gibt verschiedene Entspannungsphasen, in die wir abdriften können und in denen unser Unterbewusstsein dann besonders zugänglich ist.

Die 4 verschiedenen Phasen unserer Hirnwellen:

  • Beta – Wachzustand
  • Alpha – Zwischenzustand (Stand-by), quasi die Brücke zwischen Wachzustand und Traum
  • Theta – Traum, Meditation, Hypnose
  • Delta – Traumloser Tiefschlaf, Koma

Toll wäre natürlich schon mal, wenn du dich im Alpha-Zustand befindest.

Mit etwas Übung und einer Unterstützung der Meditation oder Hypnose schafft man es sogar in den Theta-Zustand – hier liegt ist der beste Zugang zu deinem Unterbewusstsein.

Deswegen findet die Theta Healing Technik nun immer mehr Zulauf. Hierbei handelt es sich um eine Meditationstechnik, bei der man in den Theta-Zustand gebracht wird und auf dieser Ebene dann negative Glaubenssätze, Limitationen, Ängste, Sorgen etc. aufgelöst werden.  

#3 Detailreich

Wenn du deinen Wunschzustand, dein Ziel, deinen Traum visualisierst, dann sorge bitte dafür, dass du dir dieses Bild so schön, groß, bunt und detailreich wie nur möglich ausmalst.

Hier sind ein paar Fragen, die dich bei deiner Visualisierung unterstützen:

  • Wo bist du?
  • Wie sieht dein Umfeld aus?
  • Was tust du?
  • Wie verhältst du dich? Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Sprache etc.
  • Wie fühlst du dich in dieser Situation?
  • Wer ist noch bei dir?
  • Wie sehen die Menschen um dich herum aus?

Indem du dir die Situation so detailreich wie möglich vorstellst, erschaffst du in deinem Inneren reale Bilder und bekommst eine klare Vorstellung von deinem Zielzustand.

#4 Verbinde dich mit den Emotionen

Wichtig ist auch, dass du nicht nur in Bildern denkst, sondern diesen Bildern auch Leben in Form von Gefühlen einhauchst.

Wie bereits oben mit aufgeführt: Wie fühlst du dich in deinem Wunschzustand?

Spür richtig rein, wie sich dieses Gefühl für dich anfühlt. Wie du z.B. die Freude und das Glück spürst, wenn du diesen Zustand erreicht hast.

Manche Trainer empfehlen auch den umgekehrten Weg der Visualisierung zu gehen – zuerst kommt das Fühlen und dann die Visualisierung.

Wie das funktioniert?

Du schließt zu Beginn noch nicht die Augen, tauchst aber gedanklich bereits in deinen Wunschzustand ein und spürst diese positiven Gefühle, die du haben möchtest, wenn du den Zielzustand erreicht hast.

Glück, Freude, Liebe etc..

Dann schließt du die Augen und ganz von allein tauchen nach und nach Bilder vor deinem inneren Auge auf, die zu dem Gefühlszustand passen.

Nun kannst du diese Bilder wie ein Puzzle frei nach deinem Wunsch zusammensetzen und deine Geschichte daraus formen.

#5 Ich-Form und Gegenwart

Man kann die Visualisierung auch erst aufschreiben und dann damit beginnen sie zu visualisieren.

Achte bitte darauf, dass du deine Visualisierung in der Ich-Form und in der Gegenwart formulierst.

Das selbe tust du, wenn du dir deinen inneren Film zusammenstellst – du spielst immer die Hauptrolle (Ich-Form) – Du stehst im Mittelpunkt und der Rest passiert um dich herum.

Fehler, die du beim Visualisieren vermeiden solltest

Fotocredit: Ian Dooley on Unsplash

#1 Sich auf der Visualisierung ausruhen

Das Visualisieren ist ein tolles Tool, welches ich nicht nur gerne im Coaching, sondern auch privat nutze.

Es birgt nur eine Gefahr – Die Gedanken sind so positiv und vermitteln so gute Gefühle, dass sich manche darauf ausruhen und vergessen ins Handeln zu kommen.

Natürlich wird sich durch die reine Visualisierung deiner Ziele keines davon erfüllen – frei dem Motto: Du musst nur fest genug daran glauben, dann passiert es auch.

Erst die Visualisierung gepaart mit der Handlung ergibt das Powerpaket.

Der Moment in dem du ins Handeln kommst, ist der Moment wo du deine Träume und Wünsche real werden lässt.

#2 Gestresst oder unaufmerksam in die Visualisierung gehen

So schnell mal zwischen Tür und Angel sein Ziel zu formulieren oder gar die Visualisierung als To Do abarbeiten bringt keinen Erfolg.

Es ist wie bei der Meditation – wir sind nicht jeden Tag in unserer Mitte und haben auch mal schlechte Tage, das ist ganz normal.

Wenn du in dem Moment, in dem du in die Visualisierung gehen möchtest merkst, dass du gar keine Nerven heute dafür hast oder einfach nichts kommt, dann kannst du auch gerne mal pausieren.

Die Visualisierung soll ein gutes Gefühl in dir Erzeugen, sie soll dich deinen Träumen und Wünschen ein Stück näherbringen und dir nicht auch noch als To Do zur Last fallen.

#3 Aus dem Mangel heraus visualisieren

Wenn dein Energielevel ganz unten ist und du aus dem Mangel heraus damit beginnst Dinge zu visualisieren, dann werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in Erfüllung gehen.

Du solltest deinen Wunsch/dein Ziel/deinen Traum immer aus der Dankbarkeit heraus visualisieren.

Sei dankbar für das, was dir das Leben bereits geschenkt hat.

Denn Ziele/Träume/Wünsche realisieren sich aus einer positiven Energie heraus immer besser.

Fazit – Visualisierung

Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass Visualisierung funktioniert und etliche Stars und Sternchen, die darauf schwören, wie z.B. Will Smith, Jim Carrey, Oprah Winfrey, Arnold Schwarzenegger und viele mehr.

Zudem ist es eine unheimlich starke Motivationstechnik und ein kraftvolles Tool welches auch immer wieder im Mentaltraining der Spitzensportler, sowie im Coaching eingesetzt wird.

Visualisierung ist einfach zu handhaben und dennoch unheimlich effektiv.  

Also probier es doch einfach mal aus – Lehn dich entspannt zurück und lenke diesmal deinen Tagtraum bewusst an den Ort und zu der Situation in der du dich in der Zukunft gerne sehen möchtest.

Und dann genieße diesen Anblick, dieses Gefühl und die Gewissheit, dass wenn du es dir vorstellen kannst, du es auch erreichen kannst.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei.

Deine Julie

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