Selbstfürsorge

Selbstfürsorge – Was bedeutet das eigentlich wirklich?

In den Zeitschriften hat es so langsam ein neuer Stern an den Wohlfühlhimmel geschafft: Self Care alias Selbstfürsorge.

Was steckt hinter diesem Hype und was bringt es dir wirklich?

Sobald man etwas über Selbstfürsorge liest, erscheinen da meist so Tipps wie z.B.:

  • Ein Schaumbad nehmen
  • Eine Gesichtsmaske auftragen
  • Sich die Nägel lackieren
  • Etc.

Dabei ist Selbstfürsorge so viel mehr als nur das, was sich auf unser Äußeres bezieht.

Denn eine gute Selbstfürsorge kann dich unter anderem auf Dauer auch vor einem Burnout schützen.

Was ist Selbstfürsorge eigentlich?

Selbstfürsorge ist das Fundament für ein glückliches, gesundes und erfülltes Leben.

Allerdings geht es hierbei nicht nur um ein Schaumbad am Wochenende oder einen ausgewählten Tag, an dem du mal bei einer Tasse Tee die Füße hochlegst und die Seele baumeln lässt.

Nein.

Bei der Selbstfürsorge geht es vor allen Dingen darum, dass du für dich selbst gut sorgst. Wie z.B. Eltern für ihr Kind gut sorgen. Sie achten regelmäßig darauf, dass es genug isst, ausreichend Schlaf bekommt, Liebe und Zuneigung.

In diesem Zusammenhang sollten wir quasi nichts anderes tun, als die Rolle eines liebenden Elternteils für uns selbst zu übernehmen.

Wenn …

  • … dir etwas auf der Seele brennt, hör dir selbst so gut zu wie deiner besten Freundin, z.B. in dem du deine Gedanken aufs Papier bringst und schaust, was dich wirklich gerade beschäftigt
  • … du einen Misserfolg zu verbuchen hast, dann sei genauso aufbauend und unterstützend zu dir selbst, wie du es bei einem geliebten Menschen wärst
  • … du merkst, dass du müde wirst oder es zu viel wird, dann nimm dir die Pause, die du brauchst und gönne dir etwas. Sei es das obligatorische Schaumbad, eine Runde auf dem Bett mit Musik, ein Spaziergang oder was auch immer es ist, was dir dabei hilft deine Akkus wieder aufzuladen

Selbstfürsorge – was ist wichtig?

Es gibt ein paar Dinge, die ganz wichtig sind, wenn du Selbstfürsorge betreibst.

Nimm deine Bedürfnisse wahr

Nur allzu oft stellen wir unsere Bedürfnisse hinten an – hinter allen anderen. Dabei unterdrücken wir sie z.B. mit dem folgenden Gedanken: „Ach das passt jetzt gerade gar nicht, ich habe noch so viel zu tun“.

Lerne wieder deine Bedürfnisse wahrzunehmen und darauf zu hören.

Das klappt oft schon, indem du dir die ganz simple Frage stellst: „Was brauche ich jetzt in diesem Moment, dass es mir gut geht?“

Achte auf deine Gesundheit, ernähre dich gesund und bewege dich ausreichend

Jeder von uns weiß es, es ist wohlbekannt, welch positive Wirkung eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung auf uns hat und dennoch fällt es uns oft schwer, weil wir zu beschäftigt sind und keine Zeit haben.

Versuche kleine gesunde Gewohnheiten in deinen Alltag zu integrieren, sei es ein Spaziergang nach der Arbeit, Obst als kleine Zwischenmahlzeit oder indem du dich mit neuen, gesunden Rezepten verwöhnst.

Sorge regelmäßig für Entspannung und Ruhezeiten

Nicht nur am Wochenende oder einmal im Monat – nein, wir sollten regelmäßig für Entspannung und Ruhezeiten sorgen.

Auch wenn es nur mal 15 Minuten am Tag sind, die du ganz für dich alleine nutzt und einfach mal die Augen zu machst und entspannst.

Auch diese kleinen Pausen zeigen im Gesamten eine große Wirkung.

Lesetipp: Innere Ruhe finden: 9 Tipps, die dir dabei helfen

Gehe mit dir um, wie mit deiner besten Freundin

Wir haben immer das allergrößte Verständnis für sie, hören ihr zu, sind für sie da und sind gut zu ihr. Genauso darfst du auch gerne zu dir selbst sein.

Verständnisvoll, aufmerksam und liebevoll.

Nehme dir regelmäßig Zeit für dich selbst

In unserem Alltag stehen wir nur allzu oft unter Dauerbeschallung – während der Arbeit, bei deiner Familie, wenn du Hobbys in Gruppen ausübst. Und so gut es auch tut, mit anderen zusammen zu sein, so gut tut es aber auch mal allein zu sein, in Stille, nur ganz für dich allein.

Kenne deine Grenzen und vertrete sie vor anderen

Meist merken wir, wenn unser Akku langsam zu schwächeln beginnt, geben es aber ungern zu. Da ist doch noch so viel was es zu erledigen gibt. Und dann wurden wir auch noch um Hilfe gebeten, wie können wir da nein sagen – jemand braucht doch unsere Hilfe.

Es ist nichts Verwerfliches daran jemandem zu helfen, ganz im Gegenteil.

Allerdings nur, solange es dir auch noch gut dabei geht. Oft halsen wir uns viel zu viel auf, wobei ein Großteil davon nicht einmal etwas mit uns und unseren Bedürfnissen zu tun hat.

Indem du ein besseres Bewusstsein für deine Bedürfnisse entwickelst, lernst du auch wieder deine Grenzen besser zu erkennen.

Diese gilt es dann nach außen hin zu vertreten. Denn wenn dein Akku einmal leer ist, dauert es viel länger ihn wieder aufzuladen und in diesem Zeitraum bist du niemandem eine Hilfe – so bitter es klingt.

Also lass es erst gar nicht so weit kommen – erkenne deine Grenzen rechtzeitig und vertrete sie nach außen.

Sobald du merkst, dass es zu viel wird oder dass du das nicht möchtest, kannst du dies auch ganz klar nach außen hin kommunizieren.

Was hat Achtsamkeit mit Selbstfürsorge zu tun?

Achtsamkeit ist ein ganz wichtiger Schritt zur Selbstfürsorge.

Indem wir achtsam sind, mit unseren Gedanken, unseren Gefühlen und unserem Verhalten, wird uns bewusst, wo es hakt und wo wir besser mit uns selbst umgehen sollten bzw. ansetzen können.

Achtsamkeit bedeutet nichts Anderes als aufmerksam hinzusehen.

Dafür kannst du dir z.B. ein paar Mal am Tag eine Erinnerung ins Handy machen, welche dann mit der Frage: „Woran denkst du gerade?“ oder „Wie fühlst du dich gerade?“ aufleuchtet.

Schaue dir deine Gedanken genauer an und hinterfrage sie auch mal.

Sie sind nicht in Stein gemeißelt. Wir sind die Macher unserer Gedanken, wir erschaffen sie und wir können sie auch verändern. Das wiederum nimmt einen großen Einfluss auf unsere Gefühle und unser Verhalten.

Darum ist es so wichtig sich im Hinblick auf eine bessere Selbstfürsorge in Achtsamkeit zu üben, denn die Achtsamkeit hilft uns dabei ein besseres Bewusstsein zu entwickeln.

Wie gesagt, Achtsamkeit kann aus kleinen einfachen Übungen bestehen, wie z.B. die oben genannte Erinnerung im Handy oder indem du dich einfach mal kurz in Ruhe hinsetzt, die Augen schließt, tief ein und ausatmest und in deinen Körper hineinfühlst, wie es dir gerade geht.

Lesetipp: Starkes ICH: Mein Weg zu mehr Selbstwertgefühl

Was hat Selbstfürsorge mit Egoismus zu tun?

Das ist ganz leicht zu beantworten – rein gar nichts.

Leider haben nur viele viel zu oft den Gedanken, dass das doch jetzt egoistisch sei, nicht zu helfen und sich stattdessen 10 Minuten eine Auszeit für sich selbst zu gönnen.

Gerade die Mamas haben oft das Gefühl 24 h verfügbar sein zu müssen, sei es für Kind, Mann, Eltern, Freunde etc..

Selbstfürsorge ist wichtig und hat rein gar nichts mit Egoismus zu tun.

Ganz im Gegenteil, irgendwo tust du es auch für die anderen, denn wenn du total ausgebrannt bist und keine Energie mehr hast, dann kannst du auch nicht mehr für die anderen da sein und wirst viel mehr Zeit für dich und viel mehr Hilfe der anderen benötigen.

Somit ist Selbstfürsorge auch eine Vorsorge.

Warum Pausen so wichtig sind

Ich habe es oben schon ein paar Mal erwähnt – ohne Pausen gehen unsere Akkus schnell leer und es kostet eine unheimliche Kraft diese dann wieder aufzuladen.

Wir sprechen hier nicht unbedingt davon, dass du dir jede Woche einen kompletten Tag freiräumen sollst.

Schon kleinere Pausen über den Tag verteilt von 5-10 Minuten haben eine unheimlich große Wirkung auf unser Wohlbefinden und auf unsere Produktivität.

Das zeigt z.B. auch das bekannte Pomodoro-Prinzip, welches ich sehr gerne zum Arbeiten nutze.

Diese funktioniert wie folgt: Auf 25 Minuten fokussierte Arbeit folgen 5 Minuten Pause. Nach 4 Arbeitseinheiten folgt eine Pause von 15-20 Minuten.

Mit dieser Methode bleibt man viel konzentrierter und fühlt sich gar nicht so erschöpft wie wenn man 2 h durcharbeitet.

Versuche dir also über deinen Tag hinweg immer wieder kleine Pausen zu gönnen, um den Akku wieder aufzuladen.

Die 5 Säulen der Selbstfürsorge

In welchen Bereichen können wir eigentlich Selbstfürsorge betreiben?

#1 Physisch

Eigentlich wissen wir es doch alle, oder? Wird es uns doch von allen Ecken und Enden gepredigt: Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung.

Leider kommt das in unserem allzu vollgepackten Alltag oft zu kurz. Die Folgen davon sind z.B. Antriebslosigkeit, ein schwaches Immunsystem, Schlafstörungen, Burnout etc..

Um dem ganzen vorzubeugen reichen schon kleine Einheiten der physischen Selbstfürsorge aus, um mehr Energie, Gesundheit und Wohlbefinden zu erlangen.

Beispiel:

  • Gönne dir mindestens eine Portion frisches Obst am Tag
  • Mache einen Power Nap am Nachmittag
  • Führe eine kurze Übung der Progressiven Muskelentspannung durch
  • Unternehme einen Spaziergang in der Natur
  • Beginne den Tag mit einem großen Glas lauwarmem Wasser mit Zitrone oder Ingwer

Lesetipp: Mehr Energie für deinen Tag – 5 Tipps

#2 Emotional

Auch auf der emotionalen Ebene kann man Selbstfürsorge betreiben. Indem du dir z.B. selbst etwas Gutes tust, lachst und dir selbst eine kleine Freude bereitest.

Beispiel:
  • Führe ein Dankbarkeitstagebuch*
  • Befreie dich von Menschen, die dir nicht gut tun
  • Führe ein Erfolgsjournal* und halte dir deine Erfolge jeden Tag vor Augen
  • Sieh dir einen schönen Film an, der dich zum Lachen bringt und es dir warm ums Herz werden lässt
  • Gönn dir eine kleine Aufmerksamkeit, die dir Freude bereitet

#3 Mental

Dein Intellekt ist wie ein Muskel, der gerne ein ganzes Leben lang trainiert werden möchte. Er braucht ständig neues Futter um zu wachsen.

Genauso wie ein Muskel benötigt er aber auch seine Pausen um wachsen zu können.

Die perfekte Balance schaffst du, indem du ihm abwechselnd anregenden, inspirierenden neuen Stoff lieferst und dann auch mal wieder eine Ruhepause einlegst.

Beispiel:

  • Lies ein Buch, das dich inspiriert
  • Höre Musik, die dir dabei hilft zu entspannen oder dir Energie gibt
  • Male Mandalas aus
  • Lerne etwas Neues (z.B. eine Sprache, nähen, eine Sportart etc.)
  • Übe dich einen Moment lang in Achtsamkeit (Achte auf deine Gedanken: Wo sind sie? Was denkst du gerade? Sind sie positiv? Tun sie dir gut?)

#4 Sozial

Spätestens seit Corona wissen wir wirklich wie wichtig die Beziehung zu anderen Menschen für uns ist.

Nichts haben wir so sehr vermisst, wie uns mit Freunden und Familie zu treffen. Auch das lädt die Akkus wieder auf, bringt uns Freude und kleine Glücksmomente.

Beispiel:
  • Geh mit Freunden spazieren
  • Tritt einem Sportverein bei oder einem Fitnesskurs
  • Umgib dich mit Leuten, die dir gut tun und dir Energie geben
  • Organisiere einen Brunch mit deinen Lieben
  • Komme mit Leuten ins Gespräch, die du nicht kennst

#5 Spirituell

Zu Beginn – Spiritualität hat nicht unbedingt etwas mit Religion zu tun. Du musst keiner Religion angehören oder sie ausüben, um spirituell zu sein.

Spiritualität leitet sich von dem lateinischen Wort Spiritus (Geist) ab.

Es gibt keine eindeutige Auslegung, was Spiritualität nun wirklich bedeutet.

Meiner Meinung nach hat der Psychologe Rudolf Sponsel es aber ziemlich gut auf den Punkt gebracht „Sinn- und Wertfragen des Daseins, der Welt und der Menschen und besonders der eigenen Existenz und der Selbstverwirklichung im Leben“.

Beispiel:

Selbstfürsorge – Das Fazit

Selbstfürsorge ist unheimlich wichtig und wie bereits zu Beginn beschrieben das Fundament für ein glückliches, gesundes und erfülltes Leben.

Leider reicht es nicht aus mal von Zeit zu Zeit ein wenig Raum für die Selbstfürsorge einzubauen. Selbstfürsorge solltest du regelmäßig betreiben, am besten täglich.

Oft reichen schon wenige Minuten aus, um dir selbst etwas Gutes zu tun und somit wieder zurück zu deiner Balance zu finden.

Falls du noch weitere Tipps zum Thema Selbstfürsorge hast oder Methoden, die du gerne anwendest, dann würde ich mich über einen Kommentar von dir sehr freuen, damit wir die anderen auch daran teilhaben lassen können.

Und denk dran: Sei es dir wert, dir jeden Tag etwas Gutes zu tun – denn du hast es dir verdient.

Deine Julie

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17 Tage zuvor

Hello Julie,

von den ganzen Tipps nehm ich folgenden Tipp wahr:
ich lern jetzt eine neue Sprache!
Mal sehen wie die neuronalen Vernetzungen im Obrstübchen so trainiert werden!

Liebe Grüße aus Undenheim
Jürgen Hopp