Selbstsabotage

Selbstsabotage: Warum steh ich mir eigentlich selbst im Weg?

Manchmal haben wir das Gefühl, dass die Welt einfach gegen uns ist.

  • Das mit dem neuen Job in der renommierten Firma hat nicht geklappt
  • Unsere Beziehung, die doch eigentlich ganz gut zu laufen schien, hat sich leider nach und nach in eine unschöne Beziehung mit viel Streit und Zankereien entwickelt – Nun kam es zur Trennung
  • Die 5 Kilo, die man eigentlich abnehmen wollte, haben jetzt nochmal 7 freudige Kilos dazubekommen

Was ist bloß los mit der Welt? Warum passiert immer mir so etwas? Alle sind gegen mich!

Fast richtig.

Es sind nur leider nicht alle, sondern vor allen Dingen eine ganz wichtige Person – und zwar du.

Hast du schon einmal etwas von Selbstsabotage gehört?

Vielen von uns geht es so, dass wir auf ein Ziel oder ein Vorhaben voller Elan hinarbeiten und dann, plötzlich, geben wir auf. Wir machen einen Rückzieher oder stellen fest, dass das doch nicht das Richtige war.

Wobei wir doch vorher Feuer und Flamme dafür waren.

Was genau ist Selbstsabotage?

Kurzum bedeutet Selbstsabotage, dass wir, ob bewusst oder unbewusst, aktiv durch unser Verhalten versuchen unser Vorhaben oder unsere Ziele zu verhindern.

Wir stehen nicht hinter uns. Hinter dem, was wir tun oder dem was wir vorhaben. Wir vertrauen nicht darauf, dass wir unser Ziel erreichen werden, geschweige denn in unsere Fähigkeiten.

Nachdem wir unseren Weg dann schön mit Steinen (Ausreden, Ängsten, Zweifeln) drapiert haben, geht uns auf halbem Weg die Puste aus, uns verlässt der Mut, wir verlieren den Ansporn, sind müde und geschwächt.

Dann suchen wir nach Ausreden, warum das doch eh nicht klappen würde und drehen gar nicht mal so weit vom Ziel entfernt um und suchen uns ein neues Ziel, was besser zu uns passt.

Lesetipp: Wie dich diese 5 Ausreden von deinem Erfolg abhalten

Woher kommt die Selbstsabotage?

Selbstsabotage kann viele Ursachen haben, jedoch nicht allzu oft entsteht diese aus einem Mix der folgenden Punkten:

  • Wenig Selbstvertrauen
  • Selbstzweifel
  • Geringen Selbstwertgefühl
  • Negative Einstellung zu uns Selbst (Glaubenssätze)
  • Geringe Selbstliebe
  • Wenig Selbstbewusstsein

Warum versuchen wir uns selbst zu sabotieren?

Hierzu gibt es gleich eine ganze Reihe an Gründen. Vier von den Gängigsten, die ich immer wieder zu hören bekomme, habe ich dir hier aufgelistet:

Was sagen die Leut‘

Ich weiß nicht, seit wie viel hundert Jahren diese Angst bereits unser treuer Begleiter ist.

Klar, war es doch erst in der Steinzeit überlebenswichtig nicht vom Kreise ausgeschlossen zu werden und auch in den späteren Jahrhunderten konnte das einen zerstörenden Einfluss auf die eigene Person haben, wenn man sich gegen die Gesellschaft stellte bzw. seine Meinung äußerte.

Glücklicherweise hat sich das bis zu der heutigen Zeit immer mehr gewandelt.

Ganz in unseren Köpfen angekommen ist es allerdings noch nicht. 

Wovor wir unter anderem am meisten Angst haben, ist, was andere über uns denken werden.

„Lieber lass ich es sein, bevor sich die anderen über mich lustig machen.“ Ist all zu oft nur einer der Gedanken.

Hierzu ein wunderbares Zitat:

„Menschen, die immer daran denken, was andere von ihnen halten, wären sehr überrascht, wenn sie wüssten, wie wenig die anderen über sie nachdenken.“ Bertrand Russell

Wenn es dir genauso geht und du öfter mal Entscheidungen triffst, die nicht so ganz zu dir passen, aus Angst, was die anderen über dich denken werden, dann ist dieses Workbook genau das richtige für dich!

Auf 80 Seiten erfährst du warum wir so ticken, wie wir ticken, warum die Meinung der anderen uns so wichtig ist und wie du dich davon loseisen kannst.

Dazu gibt es natürlich jede Menge Aufgaben und Übungen, unterteilt in einen 5-Wochen-Plan, damit du auch Schritt für Schritt in die Umsetzung kommst.

Hier geht’s zum Workbook

Zu hohe Ansprüche?

Auch was Beziehungen angeht komme ich immer wieder ins Staunen, wenn ich so Sätze höre wie: „Vielleicht sollte ich einfach mal meine Ansprüche runterschrauben.“.

Hallo?

Ich glaub ich hör nicht richtig!

Weil?

Auf gar keinen Fall!

Der berühmte Coach und Speaker Anthony Robbins predigt immer wieder dasselbe – Raise your Standards (Erhöhe deine Ansprüche).

Denn wenn du dich mit weniger zufrieden gibst, wird das auch genau das sein, was du bekommst.

Wo du deinen Fokus hinlenkst, da fließt auch deine Energie hin.

Du schärfst deine Sinne genau für dein Vorhaben, auch wenn du das manchmal nicht glauben möchtest.

Das, was du bekommst, wird sich immer auf das beziehen, was du erwartet hast.

Wenn du jetzt z.B. in eine Gehaltsverhandlung gehst und dir denkst – Naja so mit 150 € wäre ich ja schon zufrieden, dann wirst du wahrscheinlich auch niemals 500 € bekommen. Es wird sich irgendwo in dem Rahmen um die 150€ einpendeln.

Genauso ist es mit allen anderen Dingen im Leben auch.

Ich habe mir z.B. zum Ziel gesetzt jeden Tag meine 10.000 Schritte vollzumachen. Was glaubst du, wie oft erreiche ich 15.000?

Genau, so gut wie gar nicht.

Also, hebe deine Ansprüche!

Selbstsabotage Prokrastination

Wir denken, dass wir eine gewisse Sicherheit (sei es finanziell, sozial oder beruflich) im Leben brauchen, um starten zu können.

Aber rate mal – es wird immer etwas geben, von dem wir denken, dass wir es erst noch erreichen müssen.

Wenn wir dann 5.000 € auf dem Konto haben, fangen wir immer noch nicht an, weil wir denken und wenn jetzt was passiert, dann ist das Geld mit einem Mal weg.

Ich spare lieber noch ein bisschen.

Und wenn das mit der Selbstständigkeit nicht klappt, dann muss ich wieder von null anfangen. Dann bleib ich lieber noch 2-3 Jahre in dem Job, dass ich genug Berufserfahrung vorzuweisen habe.

Wir haben gerade erst geheiratet und ein Haus gebaut. Mit dem Kinderkriegen warten wir jetzt lieber noch ein bisschen, bis wir die Schulden abbezahlt haben.

Es wird immer einen Grund geben, warum du noch nicht so weit bist oder warum du besser noch warten solltest.

Die Angst davor zu versagen und zu scheitern

Ganz oft kommt es vor, dass wir es genau wissen – wir machen unseren Job besser als manche Kollegen von uns.

Ein Vorgesetzter braucht z.B. ständig Hilfe, da er in manchen Bereichen noch nicht so fit ist wie du.

Du weißt, dass du es kannst und du weißt eigentlich tief in dir drin, dass du auch das Zeug dazu hättest den Job zu machen.

Aber du tust nichts.

Was uns an diesem Punkt zurückhält, ist auch meist die Angst.

Angst vor

  • Veränderung
  • Dem Scheitern
  • Verantwortung
  • Dem Versagen

Angst war noch nie ein guter Ratgeber, aber sobald sie uns überkommt sind wir wie gelähmt und malen uns schon alle möglichen Horrorszenarien aus, was denn alles schiefgehen würde, wenn es erst einmal so weit wäre.

Wie erkennst du Selbstsabotage?

Achte darauf, wie du mit dir sprichst.

Du kritisierst dich ständig dafür, dass etwas schon wieder nicht geklappt hat oder dafür, dass du schon wieder etwas nicht erledigt hast?

Indem wir genau hinhören, wie wir mit uns sprechen bzw. welche Gedanken uns durch den Kopf gehen, könnten wir diese Gedanken der Selbstsabotage enttarnen und auflösen.

Wir denken oft, dass uns die Gedanken einfach so durch den Kopf gehen und wir keine Macht darüber haben, was wir denken – das ist ganz und gar nicht so.

Denn wir kreieren unsere Gedanken, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht.

Darum ist es zuerst einmal ganz wichtig genau hinzuhören, was wir uns denn eigentlich den ganzen lieben langen Tag so erzählen und welche dieser Gedanken förderlich und wie viele hinderlich sind.

Also geht es im Grunde erst einmal darum, dir deine Gedanken bewusst zu machen und genau hinzuhören.

So wirst du nach und nach erkennen – Moment mal, das ist jetzt aber nicht gerade förderlich für mein Vorhaben oder Au Backe, na mit dieser Einstellung bekomme ich den Job bestimmt nicht.

Und dann kannst du genau da ansetzen.

Was hilft gegen Selbstsabotage?

Praktiziere regelmäßige Selbstreflexion

Was hilft gegen Selbstsabotage? Praktiziere regelmäßige Selbstreflexion
Fotocredit: Jess Bailey on Unsplash

Durch eine regelmäßige Selbstreflexion wirst du dir deiner Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen bewusst und kannst sie somit auch in Frage stellen.

Hinterfrage negative Gedanken, die dir bei deinem Vorhaben ein Bein stellen möchten oder dich zum Aufgeben überreden wollen.

Und auch wenn dir immer mal wieder so negative Gedanken über den Weg laufen, geh nicht zu hart mit dir ins Gericht. Sei froh darüber, dass du sie enttarnt hast und benutze sie um damit zu arbeiten und sie aufzulösen.

„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“ Johann Wolfgang von Goethe

Selbst, wenn du sie dir selbst dahin gelegt hast. 

Lesetipp: Selbstreflexion – Der Schlüssel zu dir selbst

Nutze die Fragen von „The Work“

Die vier einfachen Fragen von „The Work“ sind zwar kurz und knackig, aber sehr effektiv.

Sie lauten wie folgt:

  • Ist es wahr?
  • Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass es wahr ist?
  • Wie reagiere ich bzw. was passiert, wenn ich diesen Gedanken glaube?
  • Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?

Indem du dir die Fragen zu jedem negativen Gedanken stellst, nimmst du ihnen den Wind aus den Segeln.

In diesem Artikel erfährst du mehr über „The Work“.

Höre auf dich ständig mit anderen zu vergleichen

Ein ganz leidiges Thema, ständig schauen wir zu anderen auf und kritisieren uns dafür, dass es bei denen ja viel besser läuft und dass die schon viel weiter sind wie wir.

Was sie aber alles dafür getan haben oder ob es letzten Endes wirklich so viel besser bei ihnen läuft, wissen wir nicht.

Wir sehen immer nach oben, machen uns aber selten bewusst, dass es noch viele weitere gibt die weit hinter uns liegen.

Setze dir deine eigenen Ziele und konzentriere dich darauf.

Halte deine Erfolge fest

Dieser Punkt hört sich zwar so unscheinbar an, ist aber ein wichtiger Punkt bei der Selbstmotivation.

Indem du dir täglich deine Erfolge aufschreibst, beweist du nicht nur dir und deinem Unterbewusstsein, dass du Erfolg im Leben hast, sondern sie helfen dir auch in den Zeiten der Selbstzweifel.

Solltest du an dir selbst zweifeln, daran, dass du es schaffen kannst oder dass du dein Ziel erreichen wirst, schau dir einfach deine bisherigen Erfolge an. Das gibt eine unheimliche Motivation und ein ordentlichen Push für dein Selbstvertrauen.

Lesetipp: Selbstmotivation – Wie du zu deiner eigenen Heldin wirst

Schluss mit dem Aufschieben

Ganz ehrlich, am erfolgreichsten sind die Menschen, die einfach mal angefangen haben, und zwar am besten noch bevor sie soweit waren. Denn man wächst mit seinen Aufgaben.

Und wenn du wartest, bis du schon alles in diesem Bereich kannst, dann bist du schon für den nächsten Schritt bereit!

Hör auf dein Leben auf Morgen zu verschieben, denn du weißt nie, ob der tatsächlich kommen wird (so hart es auch klingen mag).

Zugegeben, ja, uns fehlt auch oft der Mut einfach mal loszugehen.

Oft ist es uns jedoch gar nicht bewusst, wie hoch der Preis ist, den wir hierfür zahlen. Nämlich, dass wir unsere Träume nicht verwirklichen und für unsere Sache losgehen.

Im Endeffekt ist dieser Preis viel höher, als wie wenn wir einmal unseren Mut zusammengenommen hätten und …

  • … losgegangen wären
  • … für unser Wort oder unsere Meinung eingestanden wären
  • … einfach gemacht hätten.

Und auch wenn es nicht klappt. Du wärst in einem Jahr dennoch viel weiter im Vergleich zu dem wo du heute stehst. 

Teile deine großen Ziele in Etappenziele auf

Wenn man mal vor so einem riesigen Berg steht, dann sieht der schon ziemlich mächtig und teilweise auch beängstigend aus. Vor allen Dingen, wenn man weiß, dass man ihn erklimmen muss, um an sein Ziel zu kommen.

Wüsste man aber, dass man z.B. 3 Monate Zeit dafür hätte, wäre es schon etwas Anderes.

Noch einfacher wäre es, wenn man wüsste, dass die erste Etappe nur bis zu dem nächsten Häuschen auf dem zweiten Hügel gehen würde, welches man von unten aus noch wunderbar sehen kann.

Genauso solltest du es mit deinen Zielen machen.

Klar bin ich immer ein großer Fan davon groß zu träumen, aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Also beginne damit dein großes Ziel auf kleine Ziele herunterzubrechen und mache dir einen Plan wie du es Schritt für Schritt angehen kannst.

Vielleicht ist es heute nur ein Telefonanruf und drei Tage später eine E-Mail.

Einmal alles in Etappen festgelegt, sieht der Berg gar nicht mehr so furchteinflößend aus, sondern eher wie eine Herausforderung, die man bewältigen kann.

Lesetipp: Ziele erreichen: 6 einfache Tipps, wie du es schaffst!

Fazit Selbstsabotage

Manchmal wünschte ich mir, dass du in andere Leute hineinsehen könntest. Denn dann würdest du sehen, dass es vielen von ihnen genauso geht wie dir.

Wir denken immer, dass wir ganz allein mit diesen Herausforderungen im Leben dastehen.

Aber dem ist nicht so.

Ganz vielen von uns geht es gleich, es traut sich nur keiner es auszusprechen.

Im Endeffekt ist es auch gar nicht so wichtig, dass es vielen Menschen genauso geht. Auch wenn das immer wieder ein gutes Gefühl ist, zu wissen, dass man nicht allein dasteht.

Viel wichtiger ist, dass du dir dessen bewusst wirst, dass so etwas wie Selbstsabotage existiert, dass es ganz normal ist und dass du aktiv etwas dafür tun kannst, um es zu ändern.

Es liegt ganz allein in deiner Hand, also mach was draus.

Deine Julie

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