Selbstwertgefühl stärken

Selbstwertgefühl stärken – Mit diesen 4 einfachen Tipps

Kennst du das auch:

Die große Liebe, an die du fest geglaubt hast, hat sich in ein Desaster verwandelt. Ihr habt euch getrennt und nun fühlst du dich wertlos und schlecht.

Die Kinder sind aus dem Haus. Die, für die du dich so lange aufgeopfert hast, sind jetzt nicht mehr da. Nun fühlst du dich leer und wertlos.

Stellen wurden gestrichen, dabei hast du deinen Job verloren. Du fühlst dich wie ein Versager und wertlos.

Aber auch im Alltag passieren so viele Dinge, von denen wir meinen, dass sie uns das Gefühl geben wertlos zu sein. Wir …

  • … bekommen nicht die Anerkennung und Wertschätzung, die wir uns wünschen
  • … werden öfter mal „übersehen“
  • … haben nicht den Erfolg, den wir uns wünschen, sei es privat oder beruflich
  • … wissen einfach nicht was wir wollen und treten auf der Stelle
  • Etc.

Was ist eigentlich Selbstwertgefühl?

Eigentlich steckt schon alles, was du wissen musst, in diesem Wort,– es ist das Gefühl wieviel wir in unseren Augen wert sind. Ein Gefühl – keine Tatsache.

Eigentlich schon traurig zu wissen, dass viele Menschen so ein geringes Selbstwertgefühl haben. Dies bedeutet ja nichts Anderes, als dass nur sie selbst das Gefühl haben nichts wert zu sein.

Kann man Selbstwertgefühl lernen?

Die gute Nachricht ist – yes you can!

Wir selbst sind für unsere Gedanken zuständig, auch wenn wir das manchmal nicht wahrhaben möchten.

Diese Gedanken wiederum kreieren unsere Gefühle und diese Gefühle wiederum bestimmen unser Verhalten.

Wenn wir also das Gefühl haben, nichts wert zu sein, dann geht diesem Gefühl ein Gedanke voraus – nämlich der Gedanke nichts wert zu sein.

Viele stellen sich auch die Frage – Warum habe ich eigentlich so wenig Selbstwertgefühl?

Auch hier wissen wir ja mittlerweile durch die Forschung der Psychologen, dass der Hund dazu in der Kindheit begraben liegt.

An dieser Stelle ein Lieblingszitat von mir zum Thema Ursachenforschung:

„Wenn ich weiß, wie ein Karren in den Dreck gefahren wurde, weiß ich noch lange nicht, wie er wieder herauszuziehen ist.“ Gunthard Weber

Soll heißen, wir konzentrieren uns lieber auf die Lösung anstatt auf die Probleme und wo sie alle hergekommen sind.

Unterm Strich zählt – ja, du kannst es lernen und dein Selbstwertgefühl stärken, langsam aber sicher.

Lesetipp: Selbstvertrauen stärken: 6 wertvolle Tipps und Übungen

Selbstwertgefühl stärken: 6 Fallen, die du unbedingt vermeiden solltest

#1 Definiere dich nicht über deinen Job

Ich finde das (gerade in Deutschland) manchmal total witzig: du bist auf einer Party/Feier/Seminar/etc. und du kannst den Sekundenzeiger quasi danach stellen, wann die berühmt-berüchtigte Frage kommt – „Und was machen Sie beruflich?“.

Irgendwie haben wir immer das Gefühl, dass der Beruf unseres Gegenübers uns alles über ihn erzählt.

Ich bin Anwalt – Oh alles klar: Zielstrebig, fleißig, vom Erfolg getrieben, selbstbewusst, angesehen etc.

Ich bin Mechatronikerin – Oh alles klar: Ein Männerberuf, na die hat zuhause bestimmt die Hosen an, hat als Kind bestimmt schon mit Autos gespielt

Ich bin Stewardess – Oh alles klar: Unabhängig, freiheitsliebender Mensch, sieht die ganze Welt, immer auf Reisen

Und so werden alle gleich schön in eine Schublade gesteckt, bevor wir überhaupt 2-3 Sätze gewechselt haben.

Genauso machen wir das auch mit uns.

Wir denken, dass wir einen super tollen Job haben müssen, um uns das Ansehen der Leute zu verdienen.

Ja, wir halten uns sogar an Berufen fest, die uns gar keinen Spaß machen oder uns nicht erfüllen, nur weil wir denken, das uns dieser die Anerkennung und Wertschätzung der anderen entgegenbringt, die wir manchmal so nötig haben.

Wir denken, dass wir uns über den Job definieren.

Bist du Anwalt, hast du es geschafft und bist du Hausfrau und Mutter, na dann klappt’s vielleicht beim nächsten Mal.

Egal ob du als Anwalt, als Kindergärtnerin, bei der Müllabfuhr oder für den Staat arbeitest – das ist deine Arbeit, das bist nicht du!

Das bringt dir dein Geld ein, es ist das, was du gelernt hast, sagt aber nichts über dich oder deinen Wert aus. 

#2 Definiere dich nicht über deinen Besitz

3-Zimmer Eigentumswohnung in Frankfurt, tolles Auto und jeder Menge weiteren Schnick Schnack.

Oft sehen wir diese Leute und denken – Wow, tolles Leben, die hat’s geschafft.

Dabei fühlen sich viele von ihnen einfach nur leer. Weil sie vielleicht den Träumen anderer hinterhergejagt sind, jemandem gefallen wollten. Oder weil sie wohl gedacht haben: wenn ich den und den Besitz mein Eigen nennen kann, dann habe ich es geschafft.

Frei dem Motto: Mein Haus, mein Auto, mein Boot.

Auch das wiederum sagt nichts über deinen Wert aus.

„Wir neigen dazu, Erfolge eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.“

Martin Luther King

#3 Definiere dich nicht über deine Leistung

Du hast eine Präsentation vor versammelter Mannschaft gehalten und alle zeigen sich eher mäßig begeistert von deinem Projekt.

Das gibt dir ein schlechtes Gefühl, du denkst vielleicht, dass du versagt hast.

Du gehst nach Hause, fragst dich was du falsch gemacht hast und fühlst dich leer und niedergeschlagen – wertlos.

Schauen wir uns dieselbe Situation einmal umgekehrt an.

Alle sind begeistert von deiner Präsentation und deinem Projekt, du hast das Gefühl es geschafft zu haben und bist überglücklich. Du fühlst dich voller Energie und gehst wie auf Wolken nach Hause.

Das, was die Leute da beurteilt haben bist aber nicht du, sondern deine Leistung.

Leider definieren wir uns viel zu oft über unsere Leistung – haben wir Erfolg sind wir wertvoll, haben wir keinen sind wir wertlos.

Erfolg oder Misserfolg sagt nichts über deinen Wert aus! Dein Wert bleibt gleich, egal, ob du Erfolg hast oder nicht.

#4 Definiere dich nicht über den Vergleich

Ach wie gerne wir das doch tun.

Aber ihr Auto ist doch viel toller als meins. Sie hat eine viel bessere Position im Unternehmen als ich. Sie ist glücklich verheiratet und hat Kinder und ich sitze hier immer noch alleine rum.

Wir vergleichen uns so gerne mit anderen und ziehen dabei leider nur zu oft den Kürzeren. Denn wir vergleichen uns auch zugegebener Maßen gerne mit denen, die schon viel weiter sind wie wir. Oder auch gerne mal mit den Stars und Sternchen.

Keine gute Idee.

Denn wenn auch andere schon viel weiter sind wie du, sagt das nichts über deinen eigentlichen Wert aus.

#5 Definiere dich nicht über andere

Wir lechzen ständig nach Lob, Anerkennung und Wertschätzung von anderen.

Zugegeben es tut auch mal gut, so ein kleiner Schulterklopfer, ein Dankeschön oder ein liebenswertes Kompliment.

Dennoch sagt das nichts darüber aus, welchen Wert wir uns selbst zuschreiben.

Leider haben wir manchmal das Gefühl, dass wir die Anerkennung anderer brauchen, um uns gut zu fühlen – ein Trugschluss.

Wir selbst bestimmen, wann wir uns gut fühlen und wann nicht. Dafür brauchen wir keine Komplimente, Wertschätzung oder Anerkennung von anderen.

Denn auch das sagt nichts über unseren Wert aus. Den bestimmen wir, nicht die anderen.

Was macht Selbstwert aus?

Dich selbst zu akzeptieren und anzunehmen, so wie du bist ist der erste, wichtige Schritt.

Akzeptiere die Person, die du bist. Nimm dich so an wie du bist, mit dem Wissen, dass wenn dir etwas an dir nicht gefällt, du es jederzeit ändern kannst.

Für ein gutes Selbstwertgefühl ist es natürlich auch entscheidend, wie du dich selbst siehst – also dein Selbstbild.

  • Bist du überzeugt von dir und deinen Fähigkeiten?
  • Magst du dich?
  • Findest du dich gut so wie du bist?

Denn wenn du nicht von dir überzeugt bist bzw. ein schlechtes Selbstbild hast, dann wird auch dein Selbstwertgefühl dementsprechend niedrig sein.

Wichtig ist es also erst einmal dich so anzunehmen, wie du bist.

Das ist die Knetmasse, die dir zur Verfügung steht. Was du daraus formst, ist dir überlassen.

Lesetipp: Selbstreflexion – Der Schlüssel zu dir selbst

Selbstwertgefühl stärken: 4 einfache Tipps und Übungen

So und nun endlich der positive, aktive Teil der Geschichte – Was du unternehmen kannst, um dein Selbstwertgefühl zu stärken.

#1 Führe regelmäßig ein Erfolgstagebuch

Das ist so eine Sache, die ich gar nicht oft genug betonen kann.

Jeder von uns hat Erfolge, jeden Tag. Und es ist einfach unheimlich wichtig diese zu notieren.

Wir vergessen ständig Dinge. Vor allen Dingen sehen wir die kleineren Erfolge als selbstverständlich an, als nicht erwähnenswert.

Aber das sind sie, vor allen Dingen für dein Selbstwertgefühl.

Es ist ein tolles Gefühl, wenn man einen Erfolg zu verzeichnen hat, auch wenn er noch so klein ist.

Darum kann ich nur immer wieder empfehlen, schreib dir deine Erfolge auf und zwar täglich.

Zu den beliebtesten Erfolgsplanern gehören diese beiden:

Gerade auch für die Zeiten, in denen es mal nicht so gut läuft, wo du mal wieder das Gefühl hast wertlos zu sein. Dann ist es ein wirklich gutes Gefühl und ein Motivations-Kick dir deine bisherigen Erfolge durchzulesen und dich somit zu bestärken, dass es sie gibt – und zwar jeden einzelnen Tag!

Mit der Zeit wirst du somit auch erkennen, in was du wirklich gut bist.

Vielleicht entdeckst du so, dass du eine richtig gute Zuhörerin bist, dass du Leute leicht zum Lachen bringst, dass du sehr diszipliniert bist etc..

Diese Dinge kannst du dir wie Affirmationen dann auch immer wieder vorsagen, ob leise im Kopf oder laut. Z.B. „Es fällt mich leicht Menschen zum Lachen zu bringen“ oder „Ich bin gut darin anderen aufmerksam zuzuhören“.

Somit wirst du dir nach und nach auch immer mehr deiner Stärken bewusst.

Ein kleiner Zusatztipp: Halte deine Top 7 Erfolge immer bereit. So führst du dir nochmal vor Augen, dass du auch bereits große Erfolge im Leben hattest und dass du – egal was kommt – es schaffen kannst.  

#2 Selbstwertgefühl stärken, indem du Fehler als Chancen siehst

Sehe Fehler als das an, was sie sind – nämlich wunderbare Lehrer.

Alle von uns machen Fehler.

Viele verurteilen sich dafür selbst.

Aber warum eigentlich?

Aus jedem Fehler lernen wir etwas – wie man es besser macht oder wie man es nicht machen sollte.

Ich weiß, dass wir allein schon durch die Schule gelehrt wurden, dass ein Fehler etwas Schlechtes ist. Stand da doch gleich immer ein fettes, rotes F neben dem Absatz.

Glücklicherweise sind wir raus aus dem Alter und im richtigen Leben angekommen – hier bedeuten Fehler etwas Gutes.

Je schneller du das lernst, umso leichter wird’s für dich im Leben.

Wenn ich daran denke, wie viel Zeit wir darauf verschwenden uns über Fehler zu ärgern. Und letzten Endes ist es genau das – Zeitverschwendung. Denn der Fehler ist passiert. Das ist nun mal Fakt, auch wenn wir uns noch so lange darüber aufregen oder ärgern.

Nimm sie an, lerne daraus und mach es beim nächsten Mal anders.

#3 Selbstwertgefühl stärken: Ein Date mit dir selbst

Diese Methode habe ich zum ersten Mal in dem Buch „Der Weg des Künstlers“* von Julie Cameron kennengelernt – Und ganz ehrlich, ich war zuerst nicht so begeistert.

Da stand doch tatsächlich, dass ich jede Woche ein kleines Date mit mir vereinbaren sollte, nur mit mir, ganz allein, für 2 Stunden.

In dieser Zeit steht dir frei zu tun und zu lassen, was du möchtest.

Du kannst z.B.

  • einen Spaziergang machen
  • dich in ein Café setzen
  • in die Stadt bummeln gehen
  • ins Kino
  • Malen
  • Zur Massage
  • Eine Radtour
  • Etc.

Das wichtige ist nur, dass du etwas allein unternimmst, nur mit dir selbst, etwas was dir gut tut und Spaß macht.

Wie gesagt, zuerst war ich etwas skeptisch, da ich nicht die Person bin, die sich gerne allein in ein Café setzt.

Aber dann wurde es jede Woche zu einer wunderbaren Erfahrung mit tollen Überraschungen.

Und, es hat einfach unheimlich gut getan etwas mit mir und nur für mich zu tun.

Schenke dir die Aufmerksamkeit und die Zeit, die du brauchst, du hast sie verdient.

#4 Schaue dir dieses Video an und höre diesen Podcast

Besser kann man es glaube ich nicht auf den Punkt bringen.

Gereon Jörn bei GEDANKENtanken – Wie du zu deinem natürlichen Selbstwert zurückfindest

Egal was passiert, egal wie andere auf uns herumtrampeln oder wie niedergeschlagen wir uns fühlen, unser Wert ändert sich nicht, der bleibt gleich.

Hier findest du den gesamten Vortrag im PodcastMega guter Input, bringt einen wirklich zum Lachen und ein echter Volltreffer, wenn es um das Thema Selbstwertgefühl stärken geht.

Selbstwertgefühl stärken – Fazit

So, das waren nun die Tipps und Fallen, die du beachten solltest, wenn du dein Selbstwertgefühl stärken möchtest.

Unterm Strich bist du selbst für dein Selbstwertgefühl verantwortlich und hast es selbst in der Hand. Was eine super Nachricht ist, denn egal wo du dich jetzt gerade auf der Skala befindest, bedeutet das, dass du es auch verändern kannst.

Es ist wichtig, dass wir regelmäßig etwas dafür tun, wenn wir unser Selbstwertgefühl stärken möchten – denn die Veränderung kommt nicht über Nacht.

Sei nicht zu hart zu dir selbst, gib dir Zeit und denk daran, je öfter du etwas für dich tust und an dir arbeitest, desto eher wird eine Veränderung eintreten.

Selbst wenn du nur jeden 2. oder 3. Tag daran arbeitest, wird eine Veränderung spürbar.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und tolle neue Erkenntnisse.

Deine Julie

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